Die Eurozone sitzt auf einem Schuldenberg von 8,22 Billionen Euro

Die Eurozone sitzt auf einem Schuldenberg von 8,22 Billionen Euro

Neue Hiobsbotschaft aus Italien: Im April kletterte die Verschuldung auf ein neues Rekordhoch von 1.948,584 Mrd. Euro. Seit Ausbruch der Finanzkrise stiegen Europas Staatsschulden um 3,11 Billionen € ihre Schulden.

Die Zeit drängt, meinte jüngst die die IWF-Chefin Christine Lagarde. Für die Rettung des Euros bleiben nach ihrer Auffassung noch drei Monate Zeit, erklärte sie in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN.

Wie dramatisch sich der Schuldenstand Europas seit dem Ausbruch der Krise im Jahr 2008, dem Jahr der Lehman-Pleite, entwickelt hat zeigt ein Blick in die Statistik. Ende 2007 im letzten Jahr vor der Krise saßen die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf einem Schuldenberg von 7,79 Billionen €. Nicht weiter schlimm, denn insgesamt erwirtschafteten die Staaten damals ein BIP von 12,4 Billionen €. Der Schuldenstand entsprach 59 % des BIP.

Heute, etwas mehr als vier Jahre später, hat sich die Situation dramatisch verschlechtert. Zwar stieg die Wirtschaftsleistung der 27 Staaten zwischen Ende 2007 bis Ende 2011 um rund 1,9 % und hat damit den Einbruch von 5,8 % von 2008 auf 2009 wieder wettgemacht, doch im gleichen Zeitraum explodierten die Schulden der 27 EU-Staaten um 42,47 %. In absoluten Zahlen stiegen die Staatschulden in den vier Krisenjahren seit 2007 um satte 3,11 auf 10,4 Billionen € (82,5 % des BIP). Zum Vergleich: In den 11 Vorkrisenjahren (Ende 1996 bis Ende 2007) stiegen die Staatschulden um 2,15 Billionen € (+41,6 %).

Der Hauptanteil an der explodierenden Schuldenlast fällt auf die 17 Staaten des Euro-Raumes. Die Schulden dieser Staaten stiegen in Summe von 5,99 Billionen € auf 8,22 Billionen – ein Plus von 2,23 Billionen € oder 37,15 %.

Lettland leidet unter Basiseffekt

Den prozentuell höchsten Schuldenanstieg in den vergangenen vier Jahren hat übrigens Lettland mit einem Plus von 351 % vorzuweisen. Allerdings starteten die Letten von einer niedrigen Basis: Ende 2007 lag die Staatsverschuldung bei 1,9 Milliarden € (damals neun Prozent des BIP). Ende 2011 waren es bereits 42,6 % des BIP.
Innerhalb des Euro-Raumes verzeichnete die Republik Irland den prozentuell höchsten Anstieg des Schuldenstandes. Ende 2011 lag die Verschuldung des Staates – nicht zuletzt auf Grund der Bankenrettung – um 258,91 % über dem Stand Ende 2007.

Mehr zum Thema lesen Sie morgen im 2. Teil der "Euro-Schuldensaga" auf format.at.

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