"Die Entscheidung, die D-Mark abzuschaffen, war nicht leicht, aber richtig"

"Die Entscheidung, die D-Mark abzuschaffen, war nicht leicht, aber richtig"

Wolfgang Schäuble reagiert auf heftige Kritik aus der eigenen Partei an Ex-Kanzler Helmut Kohl. Der Finanzminister geht außerdem davon aus. dass der ESM vor dem Verfassungsgerichtshof halten wird.

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble hat den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl (beide CDU) gegen den Vorwurf in Schutz genommen, er trage eine Mitschuld an der aktuellen Eurokrise. "Die Kritik ist nicht begründet. Die Entscheidung, die D-Mark abzuschaffen, war nicht leicht, aber richtig. Die Einführung des Euro war einer der bedeutendsten geschichtlichen Erfolge Helmut Kohls", sagte Schäuble der "Bild am Sonntag".

Schäuble, der mit Kohl seit der CDU-Spendenaffäre vor mehr als zehn Jahren zerstritten ist, schließt eine Versöhnung aus: "Wir haben gut zusammengearbeitet, ich gehe respektvoll mit ihm und seinem bedeutenden politischen Lebenswerk um, aber alles im Leben hat seine Zeit. Wir haben unsere Beziehung beendet." Sie seien "enge politische Vertraute, aber keine Freunde" gewesen. "Er war Bundeskanzler, ich war ein zehn Jahre jüngerer politischer Mitstreiter. Kohl hatte andere Freunde", sagte Schäuble.

Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hatte Kohl kürzlich schwere Versäumnisse bei der Vorbereitung der Gemeinschaftswährung vorgeworfen. Kohl sei der Zeitplan "letztlich wichtiger als die Stabilität" gewesen, sagte Biedenkopf. Schon während der Verhandlungen zum Stabilitätspakt sei deutlich geworden, dass die meisten Länder eine strikte Sparpolitik und Haushaltsdisziplin als Einmischung in ihre politische Souveränität ablehnten.

Verfassungsgericht wird ESM nicht stoppen

In Blickrichtung 12. September - an diesem Tag soll der deutsche Verfassungsgerichtshof über den Euro-Rettungsschirm ESM entscheiden - meint der Finanzminister: "Wir haben bei der Schaffung des ESM sorgfältig geprüft, dass er nicht gegen die Verfassung verstößt. Und eines darf man auch nicht vergessen: Bisher hat das Bundesverfassungsgericht niemals den Kurs der europäischen Integration als gegen das Grundgesetz gerichtet beurteilt", sagte Schäuble der "Bild am Sonntag". Karlsruhe verhandelt mehrere Klagen gegen den Rettungsschirm.

Schäuble äußerte sich zudem zuversichtlich, dass der Euro die Krise überleben werde. "Der Euro bleibt eine vertrauenswürdige Währung, wenn ich auch befürchte, dass die Verunsicherung noch eine Weile anhalten wird", sagte der Minister. "Da gilt wie im privaten Leben auch: Verspieltes Vertrauen gewinnt man nur langsam zurück", fügte Schäuble hinzu.

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