"Die Dinge sind schon jetzt ziemlich übel – und sie werden noch schlimmer"

"Die Dinge sind schon jetzt ziemlich übel – und sie werden noch schlimmer"

Joseph Stiglitz erklärte in einem Interview mit Bloomberg News, dass die Europäische Länder die Schulden aus der Vergangenheit gemeinsam schultern müssen, um den hohen Zinsen von Spanien und Griechenland entgegenzutreten.

Stiglitz fordert eine europäische Banken-Union mit Einlagensicherung, um eine Kapitalflucht zu verhindern.

“Wenn man das nicht macht, dann hat man eine nachteilige Dynamik: Die schwachen Länder werden schwächer - und das ganze System fällt auseinander”, sagte er. “Und es muss recht schnell angegangen werden”, weil es ansonsten in ein paar Jahren “kein Geld mehr auf spanischen Banken gibt”.

Eine Verschiebung der Einführung neuer Banken- Rahmenbedingungen wird seiner Meinung nach zu einer weiteren Verschlechterung der Lage in Europa führen.

Spaniens Banken eine Bedrohung

“Die spanischen Banken werden sehr schwach sein, wenn zu lange gewartet wird”, erklärte Stiglitz. “Das System könnte ganz in sich zusammenfallen. Oder aber die Kreditvergabe wird solchen Beschränkungen unterliegen, dass es mit der Konjunktur weiter abwärts geht und man in eine teuflische Abwärtsspirale gerät. Die Dinge sind schon jetzt ziemlich übel – und sie werden noch schlimmer."

Josef Stiglitz ist nicht optimistisch, weil die Politiker seiner Meinung nach keine Dringlichkeit verspüren und sich nur weiter auf Sparmaßnahmen konzentrieren.

Es gibt jedoch eine Sache, die ihm Mut bereitet, wie Stiglitz sagte. Und das sei das wiederholte Bekenntnis der Politiker zur europäischen Gemeinschaftswährung.

Griechische Lücken

Griechenland steht vor einer neuerlichen Finanzierungs-Lücke, die auch durch Haushaltsmaßnahmen nicht gestopft werden kann. Das erklärte Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Sie verwies darauf, dass die schwache Wirtschaft und die Verzögerungen bei den Privatisierungen eine schlechtere fiskale Lage mit sich gebracht hätten.

Die Bemühungen der griechischen Regierung und der so genannten Troika, weiteres Sparpotenzial im Volumen von 11,5 Mrd. Euro auszumachen, würden nicht ausreichen, erklärte sie in einer Rede von dem Peterson Institute for International Economics in Washington.

Eine “Finanzierungs-Lücke” ist wegen der “makroökonomischen Situation, größerer Verzögerungen bei der Privatisierung und dadurch entstehender Mindereinnahmen aus der Privatisierung”, entstanden, erklärte Lagarde. Hinzu kämen “begrenzte Möglichkeiten, Einnahmen einzusammeln”. Die Schulden des Landes müssten vor diesem Hintergrund als Teil der Lösung angegangen werden.

In der vergangenen Woche hatten sich die griechische Regierung und die Troika - bestehend aus Repräsentanten der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und des IWF - auf eine einwöchige Pause bei ihren aktuellen Verhandlungen geeinigt. In dieser Zeit soll ein Haushaltspaket entwickelt werden, das es dem Land erlauben soll, weiterhin Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen.

Die Äußerungen von Lagarde deuten darauf hin, dass zusätzliche Maßnahmen notwendig sein könnten, bevor es zu einer Einigung der Parteien kommen kann.

Die griechische Wirtschaft muss Lagarde zufolge durch weitere strukturelle Reformen auf ein potenzielles Wachstum eingestellt werden. “Wir benötigen einige strukturelle Reformen, die im Interesse Griechenlands und der griechischen Bevölkerung sind - sodass diejenigen, die arbeiten können, die Zugang zu den Märkten wollen, dies auch können”, sagte sie.

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