"Die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien, Italien und Frankreich birgt sozialen Sprengstoff"

"Die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien, Italien und Frankreich birgt sozialen Sprengstoff"

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) bewertet die Aussichten auf Wirtschaftsreformen im Euroraum skeptisch.

In einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte S&P-Deutschland-Chef Torsten Hinrichs, seine Agentur sehe weiterhin beträchtliche Risiken. "Die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien, Italien und Frankreich birgt sozialen Sprengstoff. Für Sparmaßnahmen muss es einen sozialen Konsens geben. Hohe Arbeitslosigkeit und ein stark schwindender sozialer Status der Bevölkerung helfen da nicht", warnte Hinrichs. Zwar hätten die Menschen in Spanien und Portugal bewiesen, dass sie bereit seien, den Gürtel enger zu schnallen. "Das lässt sich allerdings nicht endlos durchhalten", sagte Hinrichs. Für Italien komme die Gefahr dazu, "dass eine neue Regierung als nicht stark genug für weiterhin notwendige Reformen zur Stärkung des Wachstums angesehen werden könnte."

Die Lage in Deutschland schätzte der S&P-Landeschef als gut und stabil ein. "Wir bewerten Deutschland mit dreifach A mit stabilem Ausblick", sagte Hinrichs. "Es ist eines der wenigen stabilen Länder, die wir in Europa noch haben." Ein großer Vorteil hier sei der politische Konsens, "dass es eine Balance zwischen Haushaltskonsolidierung und Wachstum geben muss".

Problematisch sei wegen seiner Ertragsschwäche einzig der Bankensektor. "Es gibt in Deutschland nach wie vor sehr, sehr viele Banken", erläuterte Hinrichs. "Deshalb sind die Gewinnmargen im Kundengeschäft der deutschen Banken durchweg niedriger als von Banken in Ländern mit weniger Anbietern." Bei den krisenrelevanten Faktoren Eigenkapital und Refinanzierung sehe er dagegen viele positive Änderungen.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa