Deutschland wird zum Zuwanderungs-Magnet

Deutschland wird zum Zuwanderungs-Magnet

Sie erhöhte sich um 282.800 oder 4,1 Prozent auf gut 7,2 Millionen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. "Dieser Anstieg ist der höchste seit 1993 und übertrifft nochmals deutlich den Wert des Vorjahres von 2,1 Prozent", hieß es unter Bezug auf Daten des Ausländerzentralregisters.

80 Prozent der dort neu Gemeldeten kommen aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Besonders stark ist der Zustrom aus den acht mittel- und osteuropäischen Staaten, für die Deutschland seit dem 1. Mai 2011 die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit gewährt. Die Zahl der zugewanderten Polen etwa erhöhte sich um 13,6 Prozent, die der Ungarn sogar um 29,8 Prozent. Ebenfalls deutlich erhöht hat sich die Zahl der Immigranten aus den beiden 2007 der EU beigetretenen Ländern Rumänien (+28,8) und Bulgarien (+26,5). Auch viele Menschen aus den Euro-Krisenländern zieht es nach Deutschland, vor allem aus Griechenland (+5,1) und Spanien (+9,1).

Die meisten neu registrierten Ausländer ließen sich in Bayern nieder (+65.900), gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg (jeweils +52.900). Der prozentuale Anstieg war vor allem in Ostdeutschland hoch: Er reichte von 6,5 Prozent in Sachsen-Anhalt bis 11,5 Prozent in Thüringen. Den geringsten Zuwachs verzeichnete das Saarland mit 1,6 Prozent, gefolgt von Berlin mit 2,1 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft ist auf Einwanderung angewiesen. Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 28.000 Unternehmen nennen 36 Prozent von ihnen das knappe Angebot an qualifiziertem Personal als Geschäftsrisiko für die kommenden zwölf Monate. Am stärksten leidet derzeit die Zeitarbeitsbranche unter dem Fachkräftemangel, über den drei Viertel der Firmen klagen. Aber auch in den Gesundheits- und sozialen Diensten, bei Wirtschaftsprüfern, Rechts- und Steuerberatern, im Bauausbaugewerbe sowie im Gastgewerbe befürchtet mehr als jedes zweite Unternehmen Engpässe.

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