Deutschland: Jede fünfte Stelle ist ein Minijob

Deutschland: Jede fünfte Stelle ist ein Minijob

Minijobber in Deutschland dürfen ab Jänner 450 statt 400 Euro im Monat verdienen, ohne dass ihnen die damit verbundenen Vergünstigungen bei Sozialabgaben und Steuern gestrichen werden.

Der Bundestag beschloss am Donnerstag mit den Stimmen von CDU, CSU und FDP die erste Anhebung der Verdienstgrenze seit der Reform der Minijobs unter Rot-Grün im Jahr 2003. Die öffentlichen Kassen kostet die Reform durch Mindereinnahmen bei Steuern und Sozialabgaben jährlich etwa 300 Millionen Euro.

Die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten, wie die Minijobber in der Statistik heißen, hatte 2011 einen Rekord von 7,5 Millionen erreicht. Ende März 2012 waren es noch knapp 7,3 Millionen. Jeder fünfte Job ist ein Minijob. Dagegen stehen rund 29 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs.

Der Großteil der Minijobber (4,76 Millionen) geht keiner anderen Beschäftigung nach. Neun von zehn dieser ausschließlich geringfügig Beschäftigten arbeiten nach einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zu Niedriglöhnen. Minijobber verdienen demnach pro Stunde nur halb soviel wie regulär Beschäftigte. Minijobs stehen daher im Ruf, zur Festigung des Niedriglohnsektors beizutragen.

Minijobs sind eine Domäne der Frauen. Sie stellen mit 63 Prozent fast zwei Drittel der Minijobber. Die vier Branchen mit den meisten Minijobbern waren laut BA im März 2012 Handel, wirtschaftliche Dienstleistungen wie Reinigungsgewerbe, das Gastgewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Keine Sozialabgaben fü DG

Arbeitnehmer zahlen für Minijobs keine Sozialabgaben. Stattdessen entrichten Arbeitgeber pauschal 30 Prozent für Kranken- und Rentenversicherung sowie Steuern.

Verbunden mit der Neuregelung zum Jahreswechsel ist eine Änderung im Rentenrecht. Minijobber müssen es dann ausdrücklich ablehnen (Opt-out), wenn sie den Rentenbeitrag der Arbeitgeber in Höhe von 15 Prozent nicht auf den vollen Beitragssatz von dann voraussichtlich 18,9 Prozent aufstocken wollen. Sie müssten dann für einen 450-Euro-Job bis zu 22 Euro aus eigener Tasche an die Rentenversicherung abführen.

Die im Bundesrat nicht zustimmungspflichtige Neuregelung sieht auch eine Anhebung der Einkommensgrenze für Midijobs um 50 Euro auf 850 Euro vor. Zwischen Einkommen von 450 bis 850 Euro steigen die Sozialabgaben schrittweise auf die volle Höhe an.

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