Deutschland: Inflation frisst Einkommensplus

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Die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen stiegen von April bis Juni zwar um 1,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Allerdings erhöhten sich die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum genauso stark, so dass die Lohnerhöhungen komplett von der Inflation aufgezehrt wurden. Im ersten Quartal waren die Reallöhne mit 0,1 Prozent erstmals seit Ende 2009 wieder geschrumpft.

"Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dürften sie in diesem Jahr stagnieren", sagte der Lohn-Experte des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts, Reinhard Bispinck. "Das ist problematisch, wenn das Wachstum stärker durch den privaten Konsum getragen werden soll." Dieser hat die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr bisher vor einer Rezession bewahrt, während Exporte und Investitionen schwächelten.

Den vergleichsweise geringen Lohnanstieg im Frühjahr führten die Statistiker auf niedrigere Sonderzahlungen zurück. Die Unternehmen dürften wegen der schwächelnden Konjunktur zurückhaltend mit Prämien und Boni gewesen sein. Die deutsche Wirtschaft wird nach Prognose des arbeitgebernahes IW-Instituts in diesem Jahr nur um rund 0,5 Prozent wachsen. "Auch das Arbeitszeitvolumen dürfte gesunken sein, weil weniger Überstunden gemacht wurden und auch die Kurzarbeit leicht zugenommen hat", so Bispinck.

Banker mit höchsten Verdiensten

Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente im zweiten Quartal ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 3447 Euro brutto im Monat. Am meisten verdienten sie bei Banken und Versicherungen (4535 Euro), in der Energieversorgung (4522 Euro) sowie im Bereich Information und Kommunikation (4485 Euro). Das wenigste Geld bekamen Beschäftigte im Gastgewerbe mit 2013 Euro.

Die Bruttomonatsverdienste der geringfügig Beschäftigten stiegen mit 5,7 Prozent besonders deutlich, nachdem die Grenze am Jahresbeginn von 400 auf 450 Euro angehoben wurde. Die Löhne der Vollzeitkräfte kletterten dagegen nur um 1,2 Prozent, die der Teilzeitbeschäftigten um 2,6 Prozent.

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