Deutschland: Die Wirtschaft legt einen Gang zu

Deutschland: Die Wirtschaft legt einen Gang zu

Steigende Konsumausgaben, Investitionen und Exporte ließen das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni um 0,7 Prozent zum Vorquartal steigen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaft nach revidierten Angaben stagniert, nachdem bislang von einem Mini-Plus von 0,1 Prozent ausgegangen wurde. Ende 2012 war die Wirtschaftsleistung um 0,5 (bisher: 0,7) Prozent eingebrochen.

Zu dem Comeback trug die gute Kauflaune der Verbraucher bei: Sie erhöhten angesichts steigender Löhne und Beschäftigung ihre Konsumausgaben. Auch der Staat gab mehr aus. "Außerdem zogen die Investitionen deutlich an, was nicht zuletzt an witterungsbedingten Nachholeffekten nach dem ungewöhnlich langen und kalten Winter liegen dürfte", erklärten die Statistiker. Dieser hatte vor allem den Bau behindert. Auch vom Außenhandel kamen Impulse, da die Exporte stärker zulegten als die Importe.

"Die Zahlen sind ungewöhnlich stark. Nach amerikanischer Rechnung ist das ein annualisiertes Plus von 2,8 Prozent. Die deutsche Wirtschaft ist damit besser gelaufen als die US-Wirtschaft. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens der Nachholeffekt am Bau, was ein allein etwa 0,3 Prozentpunkte zum Wachstum beigetragen hat. Zweitens haben wir eine Exportdelle ausgebügelt. Im Winterhalbjahr sind die Ausfuhren geschrumpft, was sehr ungewöhnlich für die deutsche Wirtschaft ist. Das hat auf die Industrieproduktion durchgeschlagen. Da die Sondereffekte auslaufen, sollte es künftig moderater aufwärts gehen. Wir rechnen in den beiden kommenden Quartalen mit einem Plus von 0,2 bis 0,3 Prozent. Deutschland wird sich weiter besser schlagen als der Rest der Eurozone", erklärt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Ende der Rezession?

Mit dem robusten Wachstum ihrer größten Volkswirtschaft zeichnet sich ein Ende der längsten Rezession in der Geschichte der Euro-Zone ab - zumal mit Frankreich auch die Nummer zwei im Frühjahr ein überraschend starkes Plus von 0,5 Prozent schaffte. In Italien (-0,2 Prozent) und Spanien (-0,1 Prozent) schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt nur noch leicht. Eurostat veröffentlicht noch am Vormittag eine erste Schätzung für die Euro-Zone. Ökonomen rechnen mit einem Plus von 0,2 Prozent - es wäre das erste nach zuvor sechs Minus-Quartalen in Folge.

In der zweiten Jahreshälfte dürfte die exportabhängige deutsche Wirtschaft allerdings wieder einen Gang zurückschalten, erwarten sowohl Bundesbank als auch Bundesregierung. Grund dafür ist die schwächere Konjunktur in großen Schwellenländern wie China, während aus dem krisengeplagten Europa kaum Impulse erwartet werden. Von Reuters befragte Ökonomen rechnen bislang sowohl für das dritte als auch für das vierte Quartal mit einem Wachstum von jeweils 0,4 Prozent. Wegen des schwachen Jahresauftakts dürfte es im Gesamtjahr 2013 nur zu einem Plus von 0,5 Prozent reichen, erwartet die Bundesregierung bislang.

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