Deutsche Wirtschaft zeigt sich von seiner starken Seite

Deutsche Wirtschaft zeigt sich von seiner starken Seite

Die Serie guter Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft setzt sich fort: Nach Produktion und Aufträgen legten im März auch Exporte und Industrieumsätze zu - letztere so stark wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Europas größte Volkswirtschaft im ersten Quartal wieder ein Wachstum geschafft und einen Teil des Einbruchs von Ende 2012 wettgemacht hat.

Die Exporte legten um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus in dieser Höhe vorausgesagt, nachdem es im Februar noch einen Rückgang von 1,2 Prozent gegeben hatte.

"Das Exportplus ist angesichts der Probleme in der Euro-Zone ganz ordentlich", sagte Ökonom Lothar Hessler von HSBC Trinkaus. "Die Probleme dort schlagen nicht mehr ganz so stark durch, weil Deutschland inzwischen mehr von der Welt- als von der Eurozonen-Konjunktur abhängig ist."

Größtes Plus seit 2011

Die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes erlösten im März 1,7 Prozent mehr als im Vormonat. "Dies ist das größte Plus seit Juli 2011", sagte ein Statistiker. Das Inlandsgeschäft legte um 1,8 Prozent zu, das Auslandsgeschäft um 1,7 Prozent. Zuvor war bereits die Produktion so stark gestiegen wie seit einem Jahr nicht mehr, während die Aufträge zwei Monate in Folge um jeweils 2,2 Prozent und damit unerwartet kräftig anzogen.

Damit zeichnet sich für das erste Quartal ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes ab. "Alle harten Daten deuten darauf hin", sagte Hessler. Die von Reuters befragten Experten rechnen im Schnitt mit einem Plus von 0,3 Prozent, wobei die Schätzungen von 0,1 bis 0,7 Prozent reichen. Eine erste Schätzung veröffentlicht das Statistikamt am kommenden Mittwoch. Ende 2012 war die Wirtschaftsleistung mit 0,6 Prozent so stark eingebrochen wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

"Es bleibt schwierig"

Dass die Erholung noch auf wackligen Beinen steht, zeigt der Blick auf die Quartalsbilanz der Exporteure. Von Januar bis März verkauften sie Waren im Wert von 271,8 Milliarden Euro ins Ausland und damit 1,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. wert. "Anders als bisher konnten die Rückgänge aus dem Europageschäft nicht durch Zugewinne mit den Drittstaaten kompensiert werden, weil diese nun zunehmend selbst unter der europäischen Wachstumsschwäche zu leiden beginnen", sagte der Chef des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. Er rechnet für das Gesamtjahr 2013 aber mit einem Wachstum von drei Prozent.

"Es bleibt schwierig", sagte auch Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Japan als Konkurrent kann aufgrund des extrem abgeschwächten Yen den deutschen Unternehmen Marktanteile abjagen." Die Euro-Zone werde sich zudem erst ab der zweiten Jahreshälfte allmählich erholen. "Die Exporte werden wahrscheinlich nicht die Wachstumslokomotive sein", sagte Schulz. "Diese Rolle fällt der heimischen Nachfrage zu."

Importe steigen

Die Importe legten im Vergleich zum Februar um 0,8 Prozent zu, nachdem sie im Vormonat um 3,9 Prozent gefallen waren. Ökonomen hatten hier einen doppelt so starken Anstieg erwartet. Die Einfuhren summierten sich auf 75,8 Milliarden Euro, was einem Minus von 6,9 Prozent im Vergleich zum März 2012 entspricht. Grund dafür sind vor allem die deutlichen Preisrückgänge bei Öl und anderen Rohstoffen. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Ex- und Importen - wies einen um Kalender- und Saisoneffekte bereinigten Überschuss von 17,6 Milliarden Euro aus.

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