Deutsche Wirtschaft schrumpft - Frankreich tritt auf der Stelle

Deutsche Wirtschaft schrumpft - Frankreich tritt auf der Stelle

Das BIP ist in Deutschland um 0,2 Prozent zurückgegangen. Die Exporte sind nicht so stark gestiegen, wie erwartet wurde. Die Investitionen in der Bauwirtschaft gingen zurück. Frankreich stagniert noch immer - wie im ersten Quartal.

Wiesbaden/Paris. Der Konjunkturmotor der beiden größten Volkswirtschaften Europas läuft nicht rund. Die Ökonomie in Deutschland und Frankreich sind im 2. Quartal nicht in Schwung gekommen.

Für Deutschland bedeuten die Zahlen ein Rückschlag: Nach einem starken Jahresauftakt hat die Konjunktur im Frühjahr den Rückwärtsgang eingelegt. Im zweiten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent zum Vorquartal gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Für die größte europäische Volkswirtschaft ist dies der erste Rückschlag seit 2012. Volkswirte waren nur von einem Rückgang um 0,1 Prozent ausgegangen. Für den Rückgang des BIP im zweiten Quartal waren nach Angaben des Bundesamts unter anderem der Außenhandel und die Investitionen verantwortlich. Die Exporte seien im Vergleich zum Vorquartal weniger stark gestiegen als die Importe, sodass sich der Außenbeitrag negativ auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung ausgewirkt habe. Daneben seien die Investitionen insbesondere in Bauten besonders deutlich zurückgegangen, hieß es weiter.

Die deutsche Wirtschaft konnte damit nicht an den starken Jahresauftakt anknüpfen. Im ersten Quartal war das BIP unter anderem wegen eines ungewöhnlich milden Winters um revidiert 0,7 Prozent (zuvor 0,8 Prozent) gestiegen. Zuletzt hatte eine Reihe von schwachen Konjunkturdaten auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in den Monaten April bis Juni hingedeutet. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Wirtschaft im zweiten Quartal kalenderbereinigt um 1,2 Prozent gestiegen, teilte das Bundesamt weiter mit.

Bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal hat das Statistische Bundesamt erstmals neue Statistikregeln angewandt. Die neue Methode dient dem Ziel der besseren internationalen Vergleichbarkeit von Konjunkturdaten. Die wichtigste Änderung betrifft Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Sie werden nicht mehr als Vorleistungen, sondern als Investitionen verbucht und fließen damit in die Daten zum Wirtschaftswachstum ein. Außerdem werden beispielsweise auch bestimmte illegale Aktivitäten und die Prostitution im Zahlenwerk berücksichtigt. Beides spielt aber laut dem deutschen Wirtschaftsministerium kaum eine Rolle.

Trotz der neuen Regeln zur Berechnung der Wirtschaftsleistung sind keine gravierenden Auswirkungen auf die Wachstumsraten zu erwarten. Prinzipiell können die neuen BIP-Daten also mit den Zahlen aus den vergangenen Quartalen verglichen werden. Das Statistische Bundesamt rechnet das Zahlenwerk bis zum Jahr 1991 zurück.

Stagnation in Frankreich

Frankreichs Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Anfang 2014 hatte die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ebenfalls stagniert.

Die Notenbank des Landes erwartet auch im Sommer keine kräftige Belebung. Die Wirtschaft soll dann um 0,2 Prozent wachsen. Frankreich leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit, die den privaten Konsum belastet. Die Regierung geht bisher für 2014 von einem Wachstum von 1,0 Prozent aus, während der Internationale Währungsfonds (IWF) nur 0,7 Prozent erwartet.

Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal minimal um 0,1 Prozent. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Für das Auftaktquartal revidierte die Statistikbehörde das Wachstum im Jahresabstand etwas nach oben, von zunächst 0,7 Prozent auf 0,8 Prozent.

Durch die Flaute kommt auch der Abbau der Neuverschuldung des Staates nicht voran. Damit könnte das Ziel in Gefahr geraten, das Haushaltsdefizit dieses Jahr auf 3,8 Prozent und 2015 auf 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Frankreich müsse das "sehr hohe Niveau seiner öffentlichen Ausgaben" verringern, sagte Bundesbankchef Jens Weidmann der Zeitung "Le Monde". Deutschlands wichtigster Handelspartner sei aber trotz seiner fiskalischen Probleme und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit "nicht der kranke Mann Europas".

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