Deutsche zunehmend skeptisch über Vorteile der EU

Deutsche zunehmend skeptisch über Vorteile der EU

Das zeigt eine am Montag in Gütersloh veröffentlichte Umfrage in Deutschland, Frankreich und Polen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Danach sagt nur noch knapp mehr als die Hälfte der Deutschen (52 Prozent), dass sich für sie aus der Mitgliedschaft in der EU persönlich eher Vorteile ergeben.

Ein knappes Drittel (32 Prozent) sieht darin eher Nachteile. Die Polen und Franzosen äußern sich deutlich weniger europaskeptisch als die Deutschen.

Vor allem für die persönlichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder die Wahrung des sozialen Friedens sieht demnach nur noch eine Minderheit der Deutschen Vorteile durch die EU. Sehr groß ist auch die Euro-Skepsis. So sind zwei von drei Deutschen laut Umfrage der Meinung, dass es ihnen persönlich besser ginge, wenn es anstelle des Euros noch die D-Mark gäbe. Besonders ausgeprägt ist die Euroskepsis der Deutschen demnach in den mittleren und höheren Altersgruppen sowie bei Menschen mit geringer Bildung und geringerem Einkommen.

Mehrheitlich positiv bewerten die Bundesbürger dagegen die Schutzfunktion der EU im internationalen Wettbewerb. So meinen 59 Prozent, Deutschland benötige die EU, um gegenüber den Großmächten und Schwellenländern bestehen zu können. Knapp 40 Prozent sagen, Deutschland brauche die EU dafür nicht. Außerdem ist die EU für fast 70 Prozent der Bundesbürger eher ein Vorbild für andere Regionen der Welt.

Im Vergleich zur Bevölkerung in Deutschland bewerten Franzosen und Polen den Wert der EU laut Umfrage in vielen Aspekten deutlich besser. In beiden Nachbarländern ist jeweils eine Mehrheit der Meinung, ihre persönliche Situation oder ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien ohne EU schlechter. Hier ist auch eine Mehrheit der Auffassung, die EU begünstige den sozialen Frieden.

Deutliche Unterschiede zwischen den drei Ländern zeigen sich besonders beim Thema "europäische Identität". Auf die Frage "Können Sie sich etwas unter einer ,europäischen Lebensart‘ vorstellen?" sagen zwei Drittel (66 Prozent) der Polen "Ja", bei den Deutschen immerhin noch 44 Prozent, aber nur noch 26 Prozent der Franzosen. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte im Juli 2012 jeweils 1000 Bürger in Deutschland, Polen und Frankreich.

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