Deutsch-österreichische Einigkeit: Angst vor Inflation bereitet die größten Sorgen

Deutsch-österreichische Einigkeit: Angst vor Inflation bereitet die größten Sorgen

Europa driftet auseinander - auch was die Ängste betrifft. Während sich Deutsche und Österreicher vor allem vor einer Geldentwertung fürchten, dominiert in Spanien und Portugal die Angst vor Arbeitslosigkeit die Sorgen der Menschen.

Zwei verlorene Weltkriege und die anschließende Hyperinflation haben sich in den Köpfen der Menschen in Deutschland und Österreich anscheinend tief festgesetzt, wie jüngste Umfragen zeigen. Bei der Nummer 1 der Zukunftsängste dominiert in seltener Einigkeit zwischen den beiden Ländern die Sorge vor einem Anstieg der Lebenshaltungskosten. Das zeigen eine, dieser Tage von der R+V Versicherung in Deutschland veröffentlichte Studie, sowie eine, im Sommer durchgeführte, Umfrage der Generali Österreich.

2011 dominierte in Österreich noch die Angst vor einer schweren Erkrankung die Sorgen der Menschen (50 %). 2012 wurde dieses Thema von der "Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten" abgelöst. Mit einem Anstieg von 46 auf 67 % ist die Sorge vor einer hohen Inflation in der Alpenrepublik geradezu explodiert, so das Ergebnis der Generali Studie Zukunfstängste 2012.

Dauerbrenner: "Der Euro wird ein Teuro sein."

Seit dem Jahre 2000 - ein Jahr nach der Einführung des Euro als Buchgeld - ist die Angst der Deutschen vor einem Anstieg der Lebenshaltungskosten ein Dauerbrenner. Lediglich im Jahr 2009 belegte die Angst vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage mit 66% Platz 1 der Zukunftsängste. Die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten fiel in diesem Jahr mit 63 % auf Platz 3. Den höchsten Wert erreichte die Angst vor der Inflation im Jahr 2008, als 76 % der von der R+V-Versicherung Befragten diese Furcht als zentrales Moment nannten. In der jüngsten Umfrage für 2012 nannten 63 % der Befragten diese Sorge als ihre größte Sorge, 55 % nannten außerdem die Überforderung der Politiker als große Sorge (2500 Befragte).

1998 lag noch die Furcht vor einer höheren Arbeitslosigkeit in Deutschland (65%) und 1999 die vor einem "Krieg mit deutscher Beteiligung" (60 %) an erster Stelle. Damals sorgten sich 58 % (1998) bzw. (54%) vor einer ansteigenden Inflation.

Auch in Österreich hat sich die Angst vor einer dramatischen Verteuerung des Lebens in den vergangenen drei Jahren in die Hirne der Menschen zurückgekämpft. 2010 lag diese Furcht mit 54 % gleichauf mit der Angst vor einer schweren Erkrankung und jener vor einer Kürzung der Sozialleistungen auf Platz 1. 2011 rangierte das Thema Inflation mit 46 % wieder hinter der Angst vor einer schweren Erkrankung (50%) auf Platz zwei. Die Euro-Schuldenkrise und ihre möglichen Folgen für den Einzelnen haben dieses Thema 2012 im Bewusstsein der Österreicher und Österreicherinnen nach ganz oben geschwemmt. So zumindest das Ergebnis der Generali-Studie über die Zukunftsängste der Österreicher (Durchführung im Juni 2012; 1.372 Befragte über 15 Jahren).

Angst vor Arbeitslosigkeit dominiert Europa

Während die Angst vor Inflation - wohl nicht zuletzt auf Grund der historischen Erfahrungen - das Denken in Deutschland und Österreich dominiert, fürchten sich die Menschen in den 27 EU-Staaten vor allem vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Das ergibt eine Studie der EU, die bereits im Frühjahr 2012 veröffentlich wurde. Gemäß den ersten veröffentlichten Ergebnissen dieses "Standard-Eurobarometer" (Umfrage in 34 Ländern; im Mai 2012) sehen 46 % der Europäer in der Arbeitslosigkeit die größte Herausforderung in ihrem Land. Diese Sorge dominiert vor allem das Denken der Spanier (76%) und jenes der Portugiesen (68%). Aber auch in Schweden (63%) und in Irland (62%) ist die Angst vor Arbeitslosigkeit weit verbreitet. Insgesamt in 17 EU-Mitgliedsstaaten ist dieses Thema die Nummer 1 in der Sorgenskala. In sechs dominiert die wirtschaftliche Lage die Ängste der Menschen: Griechenland 66%, Niederlande 56%, Slowenien 55, Rumänien 45, Tschechische Republik 39 und Belgien 27 %. Laut dieser Umfrage, die allerdings wohl andere Standardantworten vorgegeben hat, dominierte in Deutschland die Furcht vor der Staatsverschuldung 37 %. Lediglich 24% sorgten sich gemäß der Eurobarometer-Studie im Mai um die Inflation.

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