Der lange Winter kostet die deutsche Wirtschaft Milliarden

Der lange Winter kostet die deutsche Wirtschaft Milliarden

"Besonders die Bauwirtschaft und das Transport- und Verkehrsgewerbe leiden." Nicht alles könne in den kommenden Monaten wieder aufgeholt werden. Damit wachse die Gefahr, dass sich der erwartete Aufschwung verzögere und das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal nur stagniere. Von Reuters befragte Ökonomen hatten zu Jahresbeginn noch ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent erwartet.

Schnee und Frost setzen vor allem der Bauindustrie zu. "Der Tiefbau liegt doch ziemlich brach", sagte ein Sprecher des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). Klagte schon im Januar mehr als jedes zweite Bauunternehmen über witterungsbedingte Behinderungen, so seien es im Februar und März 77 Prozent der Firmen gewesen. Im Straßenbau seien es zuletzt sogar 88 Prozent gewesen. "Es ist nicht realistisch, dass das alles wieder aufgeholt werden kann", sagte der HDB-Sprecher. "Dazu dauert der Winter einfach zu lange."

Einkaufsbummel liegt auf Eis

Auch den Einzelhändlern macht die wochenlange Kälte in weiten Teilen Deutschlands zu schaffen. "Das Wetter lädt nicht gerade zum Einkaufsbummel ein", sagte der Sprecher des Branchenverbandes HDE, Kai Falk. "Besonders der Textil-Einzelhandel ist wenig begeistert von den eisigen Temperaturen." Er wartet auf Käufer für die Frühjahrs- und Sommerkollektionen. "Auch die Outdoor-Saison verschiebt sich, was beispielsweise Baumärkte spüren", sagte Falk. Negativ wirkten sich zudem die teilweise schlechten Straßenverhältnisse aus, wodurch sich weniger Kunden in die Stadtzentren trauten.

Auch die Autohändler klagen über den langen Winter. "Im Januar und Februar ist der Absatz drastisch gesunken", sagte Mustafa Kosak, der einen Autohandel in Berlin betreibt. "Die Leute rufen zwar an, aber sie kommen wegen des Schnees nicht hierher. Wir hoffen auf Besserung, wenn der Schnee schmilzt."

Salzhersteller K+S profitiert

Es gibt aber nicht nur Verlierer. Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S gehört zu den größten Profiteuren des langen Winters. Denn der Verkauf von Auftausalz brummt. "Auch der März war ein guter Absatz-Monat", sagte ein Konzernsprecher zu Reuters. K+S geht davon aus, dass das boomende Salzgeschäft 2013 die Rückgänge im schwächelnden Düngemittelgeschäft mehr als wettmachen wird. K+S-Chef Norbert Steiner rechnet fürs laufende Jahr deshalb mit einem leichten Anstieg von Umsatz und Betriebsgewinn.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa