Der UNO-Einsatz auf den Golan-Höhen

Der UNO-Einsatz auf den Golan-Höhen

Der Einsatz der Blauhelme auf dem Golan erfolgt im Auftrag der Vereinten Nationen. Die Mission UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) umfasst derzeit etwas mehr als 900 Soldaten. Sie wurde 1974 ins Leben gerufen.

Israel hatte das auf bis zu tausend Meter Seehöhe gelegene, 1.150 Quadratkilometer große Areal 1967 im Sechstagekrieg erobert, nachdem Syrien von dort aus Raketen auf israelische Gebiete gefeuert hatte. 1973 konnte Syrien zunächst Teile des Gebietes zurückerobern, wurde in Folge jedoch hinter die Grenzen von 1967 zurückgedrängt.

Die UNO konnte die beiden Länder im Mai 1974 dazu bewegen, ein Teilungsabkommen zu unterzeichnen, gleichzeitig wurde mit der Resolution 350 die Aufstellung von UNDOF beschlossen. Israel musste sich in Folge bis zur Grenze von 1967 zurückziehen, annektierte aber 1981 den Landstrich. Diese Annexion wurde von der UNO nicht anerkannt.

Um Konflikte zu verhindern, wurden 1974 zwei Grenzen festgelegt: Eine "Alpha-Linie" im Westen und eine "Bravo-Linie" im Osten. Zwischen diesen beiden Linien befindet sich eine Pufferzone, die von der UNDOF-Mission überwacht wird, und von keinen militärischen Kräften außer den UNO-Soldaten betreten werden darf. Die Zone grenzt im Norden an den Libanon, im Süden an Jordanien. Sie ist etwa 75 Kilometer lang und zwischen zehn Kilometer im Norden und 200 Meter im Süden breit.

An der Grenze hatte seit dem Beginn der UNDOF-Mission 1974 weitgehend Ruhe geherrscht. Seit dem Ausbruch des Konflikts in Syrien im Vorjahr kam es immer öfter zu Kämpfen zwischen dem syrischem Militär und den Aufständischen in der Grenzregion. Ende November vergangenen Jahres wurde ein österreichischer Konvoi von 88 Soldaten auf dem Weg zum Flughafen in Damaskus beschossen, vier Soldaten wurden dabei verletzt.

Auf den Golan-Höhen arbeiten die Österreicher zusammen mit Kameraden aus Indien und den Philippinen. Japan und Kanada beendeten ihre UNDOF-Beteiligung, Kroatien zog seine Soldaten im März ab, nachdem bekannt geworden war, dass Belgrad die syrischen Rebellen massiv mit Waffen beliefert hat.

Mit derzeit knapp 380 Mann ist Österreich jedenfalls der größte Truppensteller auf den Golan-Höhen, der die Überwachung im nördlichen Teil des Streifens übernimmt. Im südlichen Teil patrouillieren philippinische Truppen. Nach wiederholten kurzfristigen Entführungen von philippinischen Blauhelmen erwägt aber auch die Regierung in Manila einen Abzug ihrer knapp 350 Soldaten aus dem Gebiet. Chef der Mission ist der indische Generalmajor Iqbal Singh Singha, der Österreicher Stefan Thaller ist sein Stellvertreter.

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