Der IWF im Wandel – Kritiker zeigen sich erfreut

Der IWF im Wandel – Kritiker zeigen sich erfreut

Vor weniger als drei Jahren wurde der Internationale Währungsfonds IWF für seine Förderpolitik kritisiert. Damals lautete die Kritik, dass dieser durch seine Maßnahmen insbesondere die ökonomische Ungleichheit in autokratisch regierten arabischen Ländern fördert. Doch Veränderungen haben stattgefunden und mittlerweile hat sich die Vergabepraxis grundsätzlich geändert und es fließen mehr Fördergelder des IWF in die Region als jemals zuvor. Sehr zur Freude von Joseph Stiglitz, einer der größten Kritiker des Währungsfonds.

Den jüngsten Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar an Tunesien eingerechnet, summiert sich die komplette Summe in arabischen Ländern im letzten Jahr auf zehn Milliarden Dollar, womit im zweiten Jahr in Folge ein Rekord erreicht wurde.

Hilfszusagen gibt es aktuell für Marokko, Jordanien und den Jemen. Mit Ägypten wird derzeit über einen Kredit von 4,8 Milliarden Dollar verhandelt. Mit dem so genannten “Arabischen Frühling” ist die Arbeit des IWF wesentlich einfacher geworden und zugleich bietet sich die Chance, den Nimbus als verlängerter Finanzarm westlicher Interessen abzuschütteln.

Der IWF stellt mittlerweile sicher, dass gewährte Hilfen auch armen Bevölkerungsteilen zugutekommen. Es hätten in den letzten Jahren beim IWF geradezu dramatische Veränderungen stattgefunden, sagt der Nobelpreisträger und langjähriger Kritiker des IWF, Joseph Stiglitz.

IWF wurde insbesondere für seine Rolle in der Asienkrise kritisiert

Er kritisierte den IWF in der Vergangenheit besonders für dessen Rolle in der Asienkrise in den 1990er Jahren. Der Wandel, sagte er in einem Gespräch auf dem Weltwirtschaftsforum in Jordanien Ende Mai, sei nicht nur in den arabischen Ländern, sondern auch in Europa spürbar.

Vorgeworfen wurde dem IWF, dass die Vergabepolitik die Einkommensunterschiede in Empfängerländern festschreiben würde. Im Jahr 2011 hatten Volksaufstände die Autokraten Husni Mubarak in Ägypten und zuvor Zine El Abidine Ben Ali in Tunesien jeweils entmachtet. Mittlerweile, sagte Stiglitz, haben die verstärkten Bemühungen um eine Förderung der Einkommensgerechtigkeit und für die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Nehmerländern seit 2009 es erheblich erleichtert, Kredite vom IWF zu beantragen.

2009 hatte der IWF beschlossen, Kredite mit weniger Vorbedingungen zu vergeben und setzte das bei entsprechenden Krediten für Griechenland und Pakistan auch um. In Europa, sagte Stieglitz, seien die IWF Vertreter jene gewesen, die für eine fiskalische Stimulierung eintraten und für mehr Schuldenrestrukturierung.

Ägypten: IWF hat nach wie vor ein Imageproblem

“Heute ist der IWF nicht mehr die gleiche Organisation, die wir noch in den 90er-Jahren kannten”, sagte Masood Ahmed vom IWF-Büro für den Nahen Osten und Zentralasien. Jedes Land müsse einen eigenen Weg zur Krisenbewältigung schaffen und der IWF müsse dabei mitarbeiten. So werde sichergestellt, dass die ergriffenen Maßnahmen die gemeinsam erarbeiteten Ziele auch erreichten.

Der IWF leide vor allem in Ägypten immer noch unter einem Imageproblem, sagte Professor Bessma Momani von Universität Waterloo in Kanada. Er hat das Verhältnis Ägyptens zum IWF zum Thema einer seiner Studien im Jahre 2005 gemacht.

Um das Bild in der ägyptischen Öffentlichkeit zu verbessern, müsse die Organisation so viel wie möglich in der Öffentlichkeit auftreten, sich in der Zivilgesellschaft zeigen und auch den Kontakt zum Parlament suchen, sagte Momani.

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