Der Drache ist angeschlagen

Der Drache ist angeschlagen

Hauptgrund dafür ist die Euro-Krise, die auch den Exportweltmeister trifft. Während die Regierung bereits ein milliardenschweres Konjunkturprogramm angekündigt hat, wächst der Druck auf die Zentralbank, ebenfalls mit neuen Maßnahmen die Wirtschaft anzukurbeln.

Die Importe fielen im August überraschend um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die staatliche Zollverwaltung am Montag mitteilte. Das war der erste Rückgang seit Januar. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 3,5 Prozent erwartet worden. "Das ist ein Alarmsignal für die Regierung", sagte Nomura-Analyst Zhang Zhiwei. Die sinkenden Einfuhren deuten auf eine schwächere Binnennachfrage hin, was auch die deutschen Exporteure schreckt: Für sie ist China einer der wichtigsten Absatzmärkte, für Unternehmen wie Volkswagen und Audi sogar die Nummer eins.

Schuldenkrise setzt Exportweltmeister zu

Auch bei den Exporten - die rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung generieren - läuft es nicht mehr rund. Sie stiegen nur noch um 2,7 Prozent, während Ökonomen mit einer Drei vor dem Komma gerechnet hatten. Dem Exportweltmeister macht die Schwäche der Europäischen Union zu schaffen, seinem wichtigsten Handelspartner. Dort stecken viele Länder wegen der Schuldenkrise in der Rezession.

Die Industrie produziert deshalb vorsichtiger. Sie stellte nur noch 8,9 Prozent mehr her als im August 2011. Das war das geringste Wachstum seit Mai 2009, als die weltweite Finanzkrise die chinesischen Unternehmen hart traf. Die Regierung rechnet für dieses Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent. Es wäre das kleinste Plus seit 13 Jahren.

"Zinsen dürften sinken"

Um den Abwärtstrend zu stoppen, hat die Regierung bereits ein Konjunkturpaket verabschiedet. Die staatliche Planungskommission gab vergangene Woche grünes Licht für 60 Infrastrukturprojekte mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet 124 Milliarden Euro. Das entspricht etwa einem Viertel der Summe, die die Regierung während der weltweiten Finanzkrise 2008/09 in Konjunkturpakete steckte. Davon sollen beispielsweise 13 Autobahnen sowie Häfen und Flughäfen gebaut werden. Keine chinesische Regierung könne es sich eine Abkehr von der Wachstumspolitik leisten, sagte der Präsident des deutschen Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner: "Deshalb denke ich, dass China langfristig ein Wachstumskandidat bleibt. Ich sehe mittel- und langfristig keine Gefahr, dass China in eine Rezession fällt oder irgendwelche Blasen platzen". Ein Wachstum von 7,5 Prozent gilt als Untergrenze, um wegen der hohen Zahl auf den Jobmarkt drängender Arbeitskräfte soziale Unruhen in dem Milliardenvolk zu vermeiden.

Analysten gehen nun davon aus, dass auch die Zentralbank aktiv wird. "Die Zinsen dürften in diesem Jahr noch einmal gesenkt werden", sagte Connie Tse von Forecast. Die Zentralbank hat in diesem Jahr bereits zweimal ihren Leitzins gesenkt, um mit billigerem Geld Investitionen und Konsum anzuschieben.

Spekuliert wird auch darauf, dass die Banken künftig weniger Geld als Sicherheit bei der Zentralbank parken müssen. Diese sogenannten Mindestreserve-Anforderungen wurden ebenfalls schon mehrfach gesenkt, wodurch umgerechnet etwa 148 Milliarden Euro mehr für Kredite bereitstehen.

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