"Der Befreiungsschlag für die Euro-Zone bleibt vorerst aus"

"Der Befreiungsschlag für die Euro-Zone bleibt vorerst aus"

"Bei aller Freude darf nicht übersehen werden, dass das erste Quartal relativ schlecht gelaufen ist", sagte Schmidt am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die Wirtschaft trat zu Jahresbeginn auf der Stelle und zog im Frühjahr um 0,7 Prozent an. Ein Teil dieses Wachstums sei dem Nachholeffekt nach dem kalten Winter zuzuschreiben, betonte der Essener Wissenschaftler, der seit März den Sachverständigenrat leitet.

Für das Gesamtjahr erwartet das fünfköpfige Beratergremium der Bundesregierung ein Plus von 0,3 Prozent. "Es dürfte trotz des relativ starken Wachstums im zweiten Quartal kaum mehr werden", sagte Schmidt. "Wir bleiben bei unserer verhaltenen Prognose."

Die hohe Konsumnachfrage stütze derzeit das Wachstum. Und auch die Zweifel am Fortbestand der Euro-Zone seien gewichen. "Die Investitionen dürften also langsam, aber sicher wieder anziehen. Wahrscheinlich werden sie sogar einen positiven Wachstumsbeitrag liefern."

"Kein Befreiungsschlag für Eurozone"

Wegen der Bremseeffekte durch das schwache Schlussquartal 2012 und des mauen Jahresauftakts seien aber hohe Wachstumserwartungen utopisch. "Man bräuchte schon gigantische Zuwachsraten in den beiden kommenden Quartalen, um noch eine hohe Wachstumszahl im Gesamtjahr zu erreichen. Ich würde nicht darauf setzen, dass eine Eins vor dem Komma herausspringt." Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Michael Hüther, hält dagegen ein Wachstum im Bereich von 1,0 Prozent für realistisch, wie er Reuters sagte.

Schmidt, der das Essener Forschungsinstitut RWI leitet, will auch das Ende der Rezession in der Euro-Zone nicht überbewerten. Der Währungsunion stehe voraussichtlich noch "eine lange Phase" niedriger Wachstumsraten bevor: "Der Befreiungsschlag bleibt vorerst aus." Zunächst müsse der Bankensektor gesunden, und die Krisenländer müssten Strukturreformen vornehmen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. "Solange dieser Prozess der Reformen in Europa nicht abgeschlossen ist, wird die EZB die Konjunktur wohl mit niedrigen Zinsen weiter stützen und ihre quasi-fiskalpolitische Rolle bei der Bewahrung des Euro weiter spielen", betonte der Wirtschaftsprofessor.

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