"Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben"

"Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben"

Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland werde voraussichtlich nur um 0,3 Prozent wachsen, teilte der DIHK am Donnerstag zu seiner Umfrage unter rund 24.000 Unternehmen mit. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden.

"Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." 2014 dürfte das Wachstum bei mehr als einem Prozent liegen.

Ein Grund für die aktuelle Flaute sei, dass die wirtschaftliche Stabilisierung in Europa langsamer als erhofft verlaufe. Mit der Euro-Zone steckt der wichtigste deutsche Exportkunde in der längsten Rezession seiner Geschichte. Die Exporte drohen deshalb als Konjunkturstütze weiter auszufallen. Zwar rechnen 30 Prozent der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit einem wachsenden Auslandsgeschäft - fast jedes achte Unternehmen befürchtet aber Rückgänge. "In den nächsten Monaten dürften sich die Ausfuhren damit wenig dynamisch entwickeln", befürchtet der DIHK. 41 Prozent der exportierenden Firmen geben die Auslandsnachfrage als Hauptrisiko für ihre Geschäftsentwicklung an. "Die Verunsicherung war zuletzt zu Jahresbeginn 2010 ähnlich hoch", so der DIHK.

Neue Jobs sollen dennoch entstehen

Zudem habe der lange Winter die Geschäfte vieler Unternehmen bis in den April hinein beeinträchtigt. "Ein solcher Jahresauftakt wirkt nach und ist nur schwer aufzuholen", sagte Wansleben.

Trotz der Konjunkturflaute wollen die deutschen Unternehmen in diesem Jahr aber neue Jobs schaffen. Der DIHK rechnet mit 250.000 zusätzlichen stellen. "Damit wächst die Erwerbstätigkeit wie schon 2012 schneller als die Wirtschaft", sagte Wansleben.

Einkaufsmanagerindex dümpelt dahin

Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft in Deutschland stieg im Mai zwar um 0,7 auf 49,9 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte. Das Barometer verharrte aber knapp unter der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. "Die weitgehende Stagnation bestätigt, dass die deutsche Wirtschaft nach dem mageren Wachstum von 0,1 Prozent im ersten Quartal auch im Berichtsmonat mehr oder weniger vor sich hingedümpelt ist", sagte Markit-Ökonom Tim Moore. Erstmals seit Januar wurden wieder Stellen abgebaut, wenn auch nur wenige.

Das Barometer für die Industrie kletterte um 0,9 auf 49,0 Zähler. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 48,5 Punkten gerechnet. Die Industrieproduktion wuchs leicht. Eine deutliche Besserung ist allerdings nicht in Sicht, da die Aufträge weitgehend stagnierten. Die Exportaufträge gingen sogar den dritten Monat in Folge zurück.

Der Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister legte um 0,2 auf 49,8 Punkte zu. Hier hatten die Experten mit 50,0 Punkten gerechnet. Die Aufträgen schrumpften so stark wie seit September 2012 nicht mehr. Die Aussichten bewerteten die Service-Firmen deshalb so schlecht wie seit einem halben Jahr nicht mehr. "Die mangelnde Dynamik in der Industrie und im Service-Sektor könnte letztlich sogar dafür verantwortlich sein, dass das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal trotz einer wetterbedingten Belebung der Bautätigkeit nicht in Schwung kommt", sagte Markit-Ökonom Moore.

Bundesbank skeptisch aber optimistisch

Auch die Bundesbank sieht erhebliche Gefahren. "Angesichts der schlechten Wirtschaftslage in weiten Teilen des Euro-Raums sowie bestehender Probleme im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise bleiben die gesamtwirtschaftlichen Risiken hoch", warnte sie in ihrem aktuellen Monatsbericht. Nach dem Mini-Wachstum zu Jahresbeginn rechnet die Bundesbank aber mit einem Frühjahrsaufschwung in Deutschland. "Für das zweite Quartal 2013 ist mit einer spürbaren gesamtwirtschaftlichen Belebung zu rechnen", hieß es.

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