"Den Löhnen in Europa droht eine Abwärtsspirale"

"Den Löhnen in Europa droht eine Abwärtsspirale"

In 16 der 27 Länder werden die Reallöhne sinken, sagt das gewerkschaftsnahe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in seiner am Donnerstag vorgestellten Studie voraus.

"Den Löhnen in Europa droht eine Abwärtsspirale", heißt es darin. Die Konjunkturkrise dürfte das weiter verschärfen.

Deutsche Arbeitnehmer haben allerdings bessere Karten: Hier könnten die Löhne um gut ein halbes Prozent stärker steigen als die Preise. Zwischen 2010 und 2012 dürften sie damit um knapp zwei Prozent wachsen, sagte WSI-Tarifexperte Thorsten Schulten. Allerdings werde damit nur ein kleiner Teil der früheren Einbußen ausgeglichen: Deutschland ist nach Schultens Berechungen der einzige Staat in Europa, dessen Reallohnniveau zwischen 2001 und 2009 gesunken ist. Das Minus habe 6,3 Prozent betragen.

Besonders drastisch ist die Entwicklung derzeit in dem von Rezession und Schuldenkrise geplagten Südeuropa: Für Griechenland prognostiziert das WSI 2012 einen Rückgang des Reallohnniveaus um 7,5 Prozent, für Portugal von 6,1 Prozent. "Aber auch in den Niederlanden, Großbritannien oder Dänemark drohen den Beschäftigten zum zweiten Mal in Folge reale Lohnverluste", hieß es in der Studie. 2011 waren die Reallöhne in der EU um durchschnittlich 0,9 Prozent gesunken.

Viele Krisenländer versuchen, mit stagnierenden Löhnen oder sogar Kürzungen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Nach Ansicht des WSI hat das keine Aussicht auf Erfolg. "Mit der Unterordnung der Lohnpolitik unter die Wettbewerbspolitik droht eine allgemeine Absenkungsspirale, die die ökonomische Krise und Stagnation in Europa weiter verschärft", schrieben die Wissenschaftler. Besser wäre es, wenn wirtschaftlich robuste Staaten wie Deutschland "auch mit Hilfe einer expansiveren Lohnentwicklung die wirtschaftliche Dynamik in Europa" förderten.

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