"Dass es den Euro noch gibt, ist ein Vorbote für die Zukunft"

"Dass es den Euro noch gibt, ist ein Vorbote für die Zukunft"

Die schwierigste Aufgabe sei es, in den südeuropäischen Staaten wieder Wachstum zu schaffen, sagte Chefvolkswirt Ulrich Kater am Dienstag in Frankfurt.

Daneben müssten die Schulden weiter abgebaut und die finanzielle Stabilität der betroffenen Länder wiederhergestellt werden. Einen kleinen Beitrag zum globalen Wachstum werde die Euro-Zone wohl erst wieder 2014 leisten; die DekaBank schätzt das dann zu erwartende Plus auf gerade einmal ein Prozent. Für 2013 sagt der Sparkassen-Vermögensverwalter noch eine um 0,1 Prozent schrumpfende Wirtschaft voraus.

Bewährungsprobe bestanden

Der Euro hat Kater zufolge den Härtetest bestanden: "2012 war das kritische Jahr für den Euro. Dass es ihn noch gibt, scheint ein Vorbote für die Zukunft zu sein." Einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung habe die Europäische Zentralbank geleistet. Das neue Anleihen-Kaufprogramm (OMT) habe auf Sicht von zwei bis drei Jahren die Risiken eines Zusammenbruchs der Euro-Zone glaubwürdig aus dem Markt genommen. Im Laufe der nächsten Monate sieht die DekaBank die Gemeinschaftswährung etwas abwerten. Für Ende 2013 sagt sie Kurse um 1,18 Dollar voraus, derzeit notiert der Euro um 1,30 Dollar. Da die Maastricht-Währungsunion nach dem Motto "Jeder für sich - keiner für alle" nicht funktioniert habe, sei internationalen Investoren nur mit einem neuen Vertrag zur Zukunft der Europäischen Union eine glaubhafte Perspektive für den Euro zu vermitteln.

Deutschland schlägt sich wacker

Griechenland werde auch in Zukunft neue Hilfen brauchen, sagte Kater. "Vorstellbar ist eine Industrialisierungs-Initiative oder eine Art Marshall-Plan oder auch obligatorische Beratungsleistungen bei bestimmten Hilfen." Spanien wird seiner Einschätzung nach um einen Antrag beim europäischen Rettungsfonds nicht herumkommen. Wegen des hohen Refinanzierungsbedarfs sei schon gegen Ende des ersten Quartals damit zu rechnen.

Deutschland werde sich wohl weiter recht wacker durch die Schuldenkrise schlagen. Die niedrigen Zinsen wirkten wie ein "Turbo" für die hiesige Volkswirtschaft. "Die Krise fühlt sich weiterhin für Deutschland eher angenehm an, insbesondere wenn die Symptome in der nächsten Zeit weiter zurückgehen." Die deutsche Wirtschaft wird nach Prognose der DekaBank 2013 um 0,7 Prozent wachsen, 2014 dann sogar um zwei Prozent.

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