"Das Ungerechte ist, dass die, die viel Geld haben, längst über alle Berge sind"

"Das Ungerechte ist, dass die, die viel Geld haben, längst über alle Berge sind"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit deutlichen Worten von Äußerungen der CSU über das Schicksal Griechenlands in der Euro-Zone abgesetzt. Gleichzeitig kritisierte sie aber auch, dass der wohlhabende Teil der griechischen Bevölkerung zu wenig zur Sanierung beitrage.

Europa sei derzeit in einer "entscheidenden Phase", sagte Merkel am Sonntag in einem ARD-Interview. "Deshalb glaube ich schon, wir sollten alle unsere Worte wägen. Wir haben füreinander in Europa Verantwortung", mahnte sie. Die kritischen Äußerungen wirkten vor dem Hintergrund riesiger, die Bevölkerung betreffende Einschnitte in Griechenland anders als in Deutschland, betonte Merkel. Sie wandte sich zudem dagegen, die Debatte über das Euro-Land nur ökonomisch zu führen. "Es geht um viel, wenn wir über Griechenland sprechen."

Auch sie fordere Reformen von Athen, betonte die Kanzlerin. "Ich habe dem griechischen Ministerpräsidenten - wie andere - gesagt, dass noch vieles zu tun ist." Aber auch die Griechen hätten Anspruch auf Verlässlichkeit. Und dies bedeute, dass ein Urteil erst nach dem Bericht der internationalen Troika gefällt werde. Sie habe den Eindruck, dass der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras sich "ernsthaft anstrengt". Es sei sicher viel Vertrauen verloren gegangen. "Vor diesem Hintergrund zählt jetzt jeder Tag, um die Anstrengungen wirklich zu verstärken und das, was zugesagt war, umzusetzen."

Zugleich beklagte Merkel, dass bei der Sanierung Griechenlands der wohlhabende Teil der Bevölkerung nicht ausreichend herangezogen werde. "Das Ungerechte ist, dass die, die viel Geld haben, längst über alle Berge sind ... Das ist extrem ärgerlich."

Zudem stärkte Merkel Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Rücken - ohne sich allerdings direkt hinter seine Kritik an der EZB-Ankaufpolitik von Staatsanleihen zu stellen. "Ich finde es gut, dass Jens Weidmann immer wieder auch die Politik mahnt", sagte sie. Die Politik habe die Aufgabe, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und mehr Verbindlichkeit in verschiedenen Politikfeldern zu verabreden. Die Unabhängigkeit der EZB bedeute, "dass ich mich um die Politik kümmere und dass ich Jens Weidmann natürlich als unserem Bundesbänker den Rücken stärke, damit er möglichst viel Einfluss auch innerhalb der Europäischen Zentralbank hat."

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