Das Konklave beginnt...

Das Konklave beginnt...

Zum Konklave in der Sixtinischen Kapelle kommen die 115 Kardinäle zusammen, die jünger als 80 Jahre alt und damit wahlberechtigt sind. Für die Bestimmung des 266. Pontifex ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig – sie liegt bei 77 Stimmen. Am Dienstag gibt es einen ersten geheimen Wahlgang, ab Mittwoch täglich vier.

Das Konklave läuft unter größter Geheimhaltung ab, den Kirchenfürsten ist der Kontakt zur Außenwelt untersagt. Es wird so lange hinter verschlossenen Türen gewählt, bis die Mehrheit steht – was Tage, Wochen und theoretisch sogar Monate dauern kann.

Papst Benedikt stand 2005 in knapp 24 Stunden fest. Der 85-jährige Deutsche war Ende Februar als erster Papst seit etwa 600 Jahren zurückgetreten. Sobald sein Nachfolger gefunden ist, tritt ein hochrangiger Kardinal auf den Balkon des Petersdoms und verkündet mit dem traditionellen Ausspruch "Habemus Papam" die Wahl.

Klare Favoriten gibt es nicht. Zuletzt im Gespräch waren vor allem der Italiener Angelo Scola, der Brasilianer Odilo Scherer, der Kanadier Marc Ouellet, der US-Amerikaner Sean O'Malley sowie der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.

Handyverbot

Während des Konklaves sind die 115 teilnehmenden Kardinäle komplett von der Öffentlichkeit abgeschottet. Sie dürfen weder das Internet noch Telefone benutzen und auch sonst keine Medien wie Zeitungen, Fernsehen oder Radio. Dieses Verbot gilt sowohl während der Abstimmungen in der Sixtinischen Kapelle als auch für die Zeit davor und danach im Gästehaus Santa Marta, wo die Kardinäle untergebracht sind.

Mit diesen Regeln will der Vatikan eine Beeinflussung des Konklaves von außen vermeiden und verhindern, dass Informationen über die Wahl an die Öffentlichkeit gelangen. Vor dem Beginn der Abstimmung wird die Kapelle zudem auf Wanzen untersucht, mit Störsendern sollen Abhöraktionen verhindert werden. Das Innere der Kapelle wird sogar in einen Faradayschen Käfig verwandelt, um den Raum zu isolieren und Lauschangriffe unmöglich zu machen.

Freie Bewegung im Vatikan erlaubt

Die Kardinäle werden nicht mehr wie in früheren Zeiten tage- oder wochenlang eingesperrt. Sie dürfen sich außerhalb der Sitzungen zur Wahl eines Nachfolgers für Benedikt XVI. frei im Vatikan bewegen - zwischen ihrer Unterkunft im Gästehaus Santa Martha, den Kapellen, wo sie ihre Messen feiern, und der Sixtinischen Kapelle, wo die Abstimmungen stattfinden.

Geheimhaltung als einen der wichtigsten Bestandteile des Regelwerks haben die Kardinäle bereits geschworen. Die absolute Verschwiegenheit gilt aber nicht nur für die Geistlichen, sondern auch für die zahlreichen Helfer, die während des Konklaves kochen, putzen oder als Ärzte bereitstehen.

Aus dem strengen Auflagenkatalog für das Konklave lässt sich höchste Vorsicht, aber auch ein aus schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit gewachsenes Misstrauen ablesen. So wird exkommuniziert, wer mit Geldzahlungen versucht, zum Papst gewählt zu werden oder einen Kandidaten durchzubringen. Solch ein Vorgehen ist etwa von Papst Urban II. überliefert, der es unter anderem durch Bestechung im Jahr 1093 zum Pontifex gebracht haben soll.

Doch während Schmiergeld heute sicher keine Rolle mehr spielt, sind die Regelungen für die Verhandlungen um den Wunschkandidaten umso schärfer. Es ist bereits vor dem Konklave streng verboten, über einen Nachfolger zu verhandeln, Wahlversprechen zu machen oder gar Vorabsprachen zu treffen. Die Kardinäle müssen im Voraus zudem schwören, dass sie keine Versprechen abgeben werden und auch heimliche Privattreffen zur Absprache unterlassen.

Als Gesprächsverbot ist dies allerdings nicht zu verstehen: So soll die Entscheidung für Johannes Paul II. im Jahr 1978 in der Mittagspause gefallen sein. In heiterer Stimmung sollen sich die Kardinäle bei einem Glas Wein auf Karol Wojtyla verständigt haben. Der noch am Vormittag bei der Wahl führende Kandidat fiel durch. Die Episode drang erst Jahre später nach außen, denn auch nach einem Konklave gilt die Verschwiegenheit weiter.

Seit dem Konklave zur Wahl Benedikts XVI. im Jahr 2005 haben die Kardinäle nicht nur mehr Bewegungsfreiheit, sondern auch mehr Komfort als früher. Die Zuweisung ihrer modernen Einzelzimmer erfolgt per Los. Für kranke Kardinäle, die ihr Zimmer nicht verlassen können, um an den Abstimmungen in der Sixtinischen Kapelle teilzunehmen, steht eigens eine Wahlurne bereit.

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