"Das Fenster der Diplomatie ist sperrangelweit offen"

"Das Fenster der Diplomatie ist sperrangelweit offen"

US-Außenminister John Kerry äußerte sich verhalten zuversichtlich: "Das Fenster der Diplomatie ist sperrangelweit offen", sagte er am Sonntagabend in London. Zugleich betonte Kerry, die USA suchten zwar nach einer friedlichen Lösung, aber alle guten Worte des Iran müssten durch Taten untermauert werden.

In einer Videokonferenz mit einer US-israelischen Organisation versicherte er, die USA würden zu jedem Zeitpunkt die Sicherheitsbedürfnisse Israels im Auge behalten.

Kerrys iranischer Kollege Mohammed Dschawad Sarif äußerte die Hoffnung, dass die ab Dienstag in Genf geplanten Gespräche den Weg zu einer Lösung des festgefahrenen Konflikts ebnen. Auf Facebook gab er jedoch zu bedenken, dass es sich um einen zeitintensiven und schwierigen Prozess handeln werde. Eine Einigung über Details setze wahrscheinlich ein weiteres Treffen auf Ministerebene voraus, ergänzte Sarif, der gleichzeitig iranischer Chefunterhändler im Atomstreit ist.

Auch ein ranghoher US-Diplomat verwies auf die komplizierte Materie und warnte vor allzu großen Erwartungen. "Niemand sollte über Nacht einen Durchbruch erwarten", sagte der auf Anonymität bestehende Regierungsvertreter. Wenn aber die Führung in Teheran schnell reagiere, seien auch die USA zur raschen Lockerung der Sanktionen bereit.

Mit dem Iran verhandeln in Genf Vertreter der USA, Russlands, Chinas, Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands. Es ist das erste derartige Treffen nach dem Amtsantritt des neuen iranischen Präsidenten Hassan Ruhani Anfang August. Ruhani hat gemäßigtere Töne als sein Vorgänger Mahmud Ahmadinedschad angeschlagen und damit bei den westlichen Staaten die Hoffnung auf eine Annäherung im Atomstreit geweckt. Der Iran bestreitet aber weiter Vorwürfe, unter dem Deckmantel eines Programmes zur Energieerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten.

Die iranische Führung hatte noch am Sonntag die vom Westen geforderte Ausfuhr seiner Vorräte angereicherten Urans kategorisch abgelehnt. Eine Auslagerung von Materialien ins Ausland sei eine "rote Linie", sagte Vize-Außenminister Abbas Arakchi dem staatlichen Fernsehen am Sonntag. Der Westen verlangt, dass der Iran seine Vorräte von Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent ins Ausland bringt.

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