"Das kann und wird sich Europa nicht leisten"

"Das kann und wird sich Europa nicht leisten"

Schweizer Wirtschaftsminister Schneider-Amman warnt vor Eurobonds und meint, dass EU mehr in die Zukunft investieren muss. Vorschläge des französischen Präsidenten gehen in "eine gute Richtung".

Der Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider- Ammann hat vor der Einführung von Eurobonds gewarnt. In einem Interview mit der "Sonntagszeitung" schlägt er der EU vor, zwei Drittel in die Zukunft zu investieren und mit einem Drittel "die Sünden der Vergangenheit zu erledigen". Die Vorschläge des französischen Präsidenten François Hollande gingen in "eine gute Richtung". Dieser wolle Geld zur Verfügung stellen, um die Konjunktur zu fördern und das Wachstum anzukurbeln. Es brauche in den EU-Ländern aber auch mehr Produktivität, Effizienz und eine Liberalisierung des Arbeitsmarktes.

"Disziplin und nachhaltiges Wachstum sind gefragt", sagte Schneider-Amman. Ein Rezept könne die Schweiz liefern: Sie investiere in Bildung und Innovation, werde damit effizienter und leistungsfähiger und habe mit der Schuldenbremse die Schulden im Griff.

Eine Vergemeinschaftung der Schulden jedoch sei gefährlich, sagte der Minister. Denn sie schwäche die stärkeren Volkswirtschaften und lasse die Schwächeren glauben, dass mit ihrer Disziplin und Effizienz der Kontinent zurück zu Wachstum geführt werden könne.

"Schon die Einwilligung von Bundeskanzlerin Merkel in eine Fiskalunion betrachte ich als Kniefall und kaum zielführend", sagte Schneider-Ammann. Die Probleme müssten fundamentaler angegangen werden. An "ein Horrorszenario Zusammenbruch Euro" glaubt Schneider-Ammann dennoch nicht. "Das kann und wird sich Europa nicht leisten".

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