Das wird der zweitlängste Aufschwung in der US-Geschichte

Das wird der zweitlängste Aufschwung in der US-Geschichte

Das mäßige Tempo verhindere, dass es zu starken Übertreibungen kommt, und Anzeichen sprechen dafür, dass die aktuelle Expansion doppelt so lange andauern könnte wie sonst.

Bereits seit vier Jahren hält der Aufschwung an und viele Hinweise auf Exzesse, die häufig Vorboten einer Kontraktion sind, gibt es derzeit nicht. Die Inflation nimmt ab und nicht zu. Die Verschuldung der privaten Haushalte sinkt, statt zu wachsen. Und am Arbeitsmarkt wird es auch nicht eng.

Für die Langlebigkeit der Erholung - mit einem durchschnittlichen Wachstum von etwa zwei Prozent jährlich seit Juni 2009 - spricht auch der Nachholbedarf. Die Amerikaner haben die Gründung von Familien, den Kauf von Immobilien und von Autos angesichts der hohen Arbeitslosigkeit immer weiter aufgeschoben. Nachdem die Immobilienpreise und die Gehälter jetzt wieder stärker steigen, ändern sie ihr Verhalten.

“Die aktuelle Expansion kann weitere vier bis fünf Jahre anhalten”, sagt Robert Gordon, Professor an der Northwestern University in Evanston, Illinois. Er ist Mitglied im Ausschuss des National Bureau of Economic Research, der festlegt, wann Rezessionen beginnen und wann sie enden.

Inflation fällt als Wachstumshemmnis aus

Sollte der Aufschwung tatsächlich so lange anhalten, wäre es der zweitlängste bislang erfasste in den USA. Den längsten Aufschwung gab es in den 1990er Jahren und er dauerte ein Jahrzehnt. Der Durchschnitt seit dem Zweiten Weltkrieg liegt bei 58 Monaten - knapp unter fünf Jahren. Frühere Expansionen wurden nicht zuletzt dadurch verkürzt, dass die US-Notenbank die Leitzinsen heraufsetzte, um den Preisdruck in den Griff zu bekommen. Dies sei 1957, 1960, 1980, 1981 und 1990 geschehen, sagt Gordon.

Zurzeit sieht es jedoch anders aus: Die Inflation bleibt niedrig und die Notenbank Federal Reserve unterstützt das Wachstum weiter. Deswegen kann die Erholung Gordon zufolge diesmal auch länger anhalten. Im April zogen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr um lediglich 1,1 Prozent an, geht aus Daten des Arbeitsministeriums hervor.

“Wenn die Wirtschaft die nächsten drei bis fünf Jahre weiter wächst, steigen die Gewinne der Unternehmen und am Aktienmarkt wird es auch aufwärts gehen”, erwartet Allen Sinai, Chief Executive Officer von Decision Economics Inc. in New York. Er rechnet damit, dass der Standard & Poor’s 500 Index in diesem Jahr die Marke von 1750 erreichen wird und 2015 vielleicht sogar auf 2000 Zähler steigen wird.

Das US-Wirtschaftswachstum werde sich im nächsten Jahr auf 2,9 Prozent beschleunigen und 2015 auf 3,2 Prozent, sagen die Volkswirte von Goldman Sachs voraus. Für 2013 prognostizieren sie ein Plus von 1,9 Prozent. “Wir könnten noch eine recht lange Zeit ein recht gutes Umfeld für Wachstum haben”, erklärte Chef-Volkswirt Jan Hatzius am 3. Juni im Interview mit Bloomberg Television bei der Global Macro Conference von Goldman Sachs in London.

Anfang des Auto-Verkaufs-Zyklus

Wegen des Nachholbedarfs rät Analyst Itay Michaeli von Citigroup Investoren, Aktien der Autobauer Ford und General Motors zu kaufen. “Die Verbraucher haben Käufe verschoben”, sagt er. “Wir befinden uns noch am Anfang des Verkaufs-Zyklus für Autos in den USA.” Er erwartet, dass der Absatz von Autos und Transportern von 14,5 Millionen im vergangenen Jahr bis 2015 auf 16,5 Millionen steigen wird.

Unterstützung dürfte die Wirtschaft aber auch von einer starken Zunahme bei Haushaltsgründungen bekommen, sagt Maury Harris, Chef-Volkswirt bei UBS Securities in New York. Er verweist dabei auf die steigende Nachfrage nach allem möglichen - von Eigenheimen bis hin zu Hochzeiten. Die Zahl der Haushaltsgründungen wird nach Ansicht von Harris und seinen UBS-Kollegen auf 1,1 Millionen in diesem Jahr und 1,35 Millionen 2014 steigen - verglichen mit 781.000 in 2012.

“Zurzeit finden viele positive Dinge statt”, sagt Joseph Carson, Direktor weltweite Wirtschaftsanalyse bei AllianceBernstein LP in New York. “Wir werden noch mindestens drei bis vier Jahre Wirtschaftswachstum sehen.”

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