Citigroup-Gründer will Großbanken zerschlagen

Citigroup-Gründer will Großbanken zerschlagen

Sanford "Sandy" Weill hat die Ära der Bankenkonglomerate in den USA mit der Schaffung von Citigroup 1998 eingeläutet. Jetzt hält er es für an der Zeit, die größten Banken aufzuspalten, um weitere stattliche Rettungsaktionen zu vermeiden.

“Was wir wahrscheinlich tun sollten ist, das Investmentbankengeschäft vom Bankgeschäft abzutrennen”, sagte der 79-jährige Weill am Mittwoch in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC. Um keine Steuergelder aufs Spiel zu setzen, sollten Banken nicht “too big too fail” - zu groß zum Scheitern - sein.

Weill selbst ist an diesen Entwicklungen nicht ganz unbeteiligt gewesen - er hatte 1998 die Fusion der Travelers Group mit der Bankkonzern Citicorp eingefädelt. Die Transaktion erforderte die Abschaffung des Glass-Steagall-Gesetzes, in dem das bis dahin geltende Trennbanken-System in USA verankert war. Banken, die Einlagen von Kunden annahmen, die durch die staatliche Einlagensicherung garantiert waren, mussten bis dahin von Investmentbanken getrennt sein.

Die fusionierte New Yorker Citigroup wurde zur größten Bank der Welt, bis sie in der Finanzkrise 2008 staatliche Rettungsgelder in Höhe von 45 Mrd. Dollar benötigte, um zu überleben.

"Too big to fail" muss fallen

Weill schließt sich nun einer wachsenden Zahl von Aufsichtsgremien, Investoren, Analysten, Ex-Bankern und Politikern an, die eine Abkehr vom Prinzip des “too big too fail” fordern und damit Werte für Aktionäre freisetzen und eine weitere Finanzkrise verhindern wollen.

“Unter vielen Marktanalysten, Finanzmarktteilnehmern und Politikern wächst endlich die Erkenntnis, dass es ein Fehler war, Glass-Steagall abzuschaffen”, sagte Thomas Hoenig, Aufsichtsratsmitglied der Federal Deposit Insurance und früherer Chef der Federal Reserve von Kansas City. Es sei an der Zeit, die Banken auf ihr Kerngeschäft zu beschränken.

Arthur Levitt, ein früherer Geschäftspartner von Weill und Vorsitzender der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC zur Zeit als die Citigroup geschaffen wurde, sagt, Weill selbst sei “zum großen Teil” für die Abschaffung von Glass-Steagall verantwortlich. “Er hat hart dafür gekämpft. Und in der Tat hat Sandy von Aufsichtsbehörden profitiert, die ihre Arbeit nicht getan haben und nicht tun”. Levitt ist derzeit Mitglied des Aufsichtsrats von Bloomberg.

Levitt sagt auch, er bedauere, die Abschaffung von Glass-Steagall befürwortet zu haben. Er habe nicht erkannt, wie schwach die Federal Reserve und das Office of the Comptroller of the Currency als Aufsichtsbehörden waren.

David Knutson, Analyst bei Legal & General Investment Management, meint, es sei schwer, Weill zu glauben, dass “der Zerstörer von Glass-Steagall” nun seine Ansicht geändert habe. Er sei schließlich Nutznießer der Abschaffung des Gesetzes gewesen. Der Aufsichtsrat von Citigroup vergütete Weill während seiner 17 Jahre an der Spitze der Bank mit rund einer Milliarde Dollar, einschließlich Aktien. 2006 gab Weill die Führung auf.

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