Chinesen wollen Brücke zwischen Sizilien und Kalabrien bauen

Chinesen wollen Brücke zwischen Sizilien und Kalabrien bauen

Eine chinesische Gruppe ist am Bau der umstrittenen Brücke zwischen Sizilien und Kalabrien interessiert, ein Projekt, das von der Regierung Monti vorerst eingefroren worden ist.

"Chinesische Unternehmen wollen das Projekt finanzieren", berichtete Giuseppe Zamberletti, Präsident der Gesellschaft "Stretto di Messina", die mit der Planung der Monsterbrücke beauftragt wurde.

Laut Zamberletti sei der Fonds "China Investment Corporation" (Cic) bereit, das Projekt zu finanzieren. Zu den Interessen würde auch der Bau-Riese China Communication and Construction Company" (Cccc) zählen, der sich am Bau der mit 36 Kilometer längsten Meeresbrücke der Welt in Hangzhou beteiligt hat.

Zamberletti wird auch vom Professor an der Universität Venedig, Enzo Siviero, bestätigt, der große im Infrastrukturbereich aktive Gruppen berät. In Istanbul, wo sich die italienische Baugesellschaft Astaldi am Bau der dritten Brücke über dem Bosporus beteiligt, sei es zu Gesprächen zwischen Managern von Cccc und Managern der Gesellschaft "Stretto di Messina" gekommen. Die Chinesen hätten den Italienern ein Memorandum vorgelegt und sich bereit erklärt, die Brücke zu bauen.

Baustopp

Die Regierung von Premier Mario Monti hatte am Donnerstag einen Beschluss zum Baustopp der Brücke nicht gefasst und sich damit den Ärger von Umweltaktivisten zugezogen. Der Ministerrat beschloss, vorerst nicht offiziell auf das große Infrastrukturprojekt zu verzichten. Der Grund: Die Regierung müsste eine Geldstrafe von 300 Millionen Euro an die Unternehmen zahlen, die den Auftrag für den Brückenbau über die Straße von Messina erhalten haben - ein Hauptanliegen von Montis Vorgänger Silvio Berlusconi.

Wegen der leeren Geldkassen beschloss der Ministerrat sich noch zwei Jahre Zeit zu nehmen, um die "Machbarkeit" des Projekts zu überprüfen. 200 Millionen Euro hat der italienische Staat bereits zwischen 2001 und 2006 für die Planung der Brücke ausgegeben. "Der Beschluss, auf das Projekt nicht offiziell zu verzichten, ist von einer Regierung von technischen Experten, die Italien auf Sparkurs gesetzt hat, nicht zumutbar", kommentierte ein Sprecher der Umweltorganisation WWF.

Die Kosten für die Hängebrücke mit 3,3 Kilometern Hauptspannweite wurden mit 8,5 Milliarden Euro beziffert. Den Zuschlag für den Bau der Brücke hatte das Konsortium "Eurolink" unter der Leitung der italienischen Baugesellschaft Impregilo S.p.A. erhalten. Darin vertreten ist auch die japanische Gruppe IHI, welche die mit 1.991 Metern bisher längste Hängebrücke der Welt in Japan errichtet hat.

Gegen den Bau der umstrittenen Brücke war es in den vergangenen Jahren in Italien wiederholt zu Demonstrationen von Grünen und Linksparteien gekommen. Ihnen geht es um Sicherheitsbedenken in dem erdbebengefährdeten Gebiet und einen vernünftigen Einsatz der Mittel: Statt Milliarden Euro für die Brücke auszugeben, sollte sich die Regierung für eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur auf Sizilien einsetzen. Die Regierung Monti hatte verkündet, aus Kostengründen auf die Brücke verzichten zu wollen.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa