Chinas Notenbank in der Zwickmühle

Chinas Notenbank in der Zwickmühle

Eine unerwartet hohe Inflationsrate und weiter fallende Erzeugerpreise engen den Spielraum der chinesischen Notenbank ein. Eine Lockerung der Geldpolitik würde die Preise weiter nach oben treiben, während das Gegenteil die beginnende wirtschaftliche Erholung abwürgen könnte.

Experten sehen nach am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturdaten jetzt die Regierung am Zug. Zwar deuteten Export- und Import-Daten vom Mittwoch auf eine Belebung der chinesischen Wirtschaft hin. Allerdings zweifeln Experten die Zahlen an. Zudem kämpft die chinesische Industrie mit einer Überproduktion.

Das Nationale Statistikamt gab am Donnerstag einen Anstieg des Verbraucherpreis-Index im April von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Analysten hatten nur mit 2,3 Prozent gerechnet. Im März waren die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent gestiegen. Mit vier Prozent gehörten Lebensmittel zu den größten Preistreibern. Vor allem für Gemüse mussten die Chinesen mehr zahlen. Im selben Zeitraum fielen die Erzeugerpreise um 2,6 Prozent im Jahresvergleich, der 14. Rückgang in Folge. Im März hatte das Minus noch 1,9 Prozent betragen.

"Wir können uns nicht wirklich auf die Notenbank verlassen um die Wirtschaft zu stützen", sagte Xu Hongcai von der Denkfabrik China Center for International Exchange. Stattdessen werde die Regierung vermutlich die Ausgaben für die Infrastruktur erhöhen und die Steuern senken. Die Zentralbank selbst erklärte, es gebe keine solide Basis für eine wirtschaftliche Erholung.

Tatsächlich wuchs das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal mit 7,7 Prozent langsamer als erwartet. Am Mittwoch hatte die Zollbehörde mitgeteilt, dass die Exporte sich im vergangenen Monat um 14,7 Prozent erhöht hätten und die Importe um 16,8 Prozent. Beide Werte lagen über den Analystenerwartungen. Allerdings vermuten einige Experten, dass Firmen hohe Ausfuhren nach Hongkong melden, um Kapitalkontrollen zu entgehen.

Die Autoverkäufe sind in China im April weiter gestiegen. Im vergangenen Monat wurden 1,44 Millionen Pkw abgesetzt und damit 13 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der Branchenverband CAAM am Donnerstag mitteilte. Damit wurden die Erwartungen leicht übertroffen. Dazu kamen noch knapp 400.300 verkaufte Nutzfahrzeuge, ein Plus von 15 Prozent. Damit legte der Pkw-Markt in China seit Jahresstart bisher um 16 Prozent zu. In den ersten vier Monaten wurden 5,86 Millionen Autos und 1,4 Millionen Nutzfahrzeuge verkauft.

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