China: Schwache Wirtschaft, hohe Inflation

China: Schwache Wirtschaft, hohe Inflation

Chinas Geldpolitik steuert angesichts uneinheitlicher Konjunkturdaten auf eine Zwickmühle zu. Zur Überraschung der Experten kamen Industrieproduktion und Einzelhandel zum Jahresanfang nur stotternd auf Touren, während der Preisauftrieb im Februar größer ausfiel als erwartet. Im selben Monat vergaben chinesische Banken laut Daten vom Sonntag weniger Kredite als prognostiziert.

Als Risiko wird nun gesehen, dass die Geldpolitik dauerhaft gestrafft werden muss, bevor die Geschäfte in den Fabriken und Läden wieder richtig in Schwung kommen. Den hatte die erfolgsverwöhnte Wirtschaft der Volksrepublik 2012 eingebüßt, als sie mit einem Plus von 7,8 Prozent so gering wuchs wie seit 1999 nicht mehr.

Allerdings könnten die jüngsten Daten auch durch die Neujahrsfeierlichkeiten ein falsches Bild zeichnen, die 2012 in den Jänner und 2013 in den Februar fielen. Viele Betriebe bleiben anlässlich des Festes für zwei Wochen geschlossen. Um Verzerrungen zu vermeiden, wurden in der Statistik zur Industrieproduktion und zum Einzelhandel Jänner und Februar zusammengefasst. Die Inflation wurde jedoch für den Februar allein ausgewiesen.

Wie das Nationale Statistikbüro am Samstag mitteilte, legte die Industrieproduktion in den Monaten Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,9 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt ein Plus von 10,5 Prozent vorausgesagt. Die Einzelhandelsumsätze zogen 12,3 Prozent an, während die Expertenschätzung bei 15 Prozent lag. "Diese Daten zeigen, dass die Wirtschaft sich im Prozess einer sanften Erholung befindet und dass diese weiterhin fragil ist", sagte Analyst Xu Gao von Everbright Securities.

Der Verbraucherpreis-Index stieg im Februar um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Nationale Statistikbüro weiter mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 3,0 Prozent gerechnet. Besonders stark verteuerten sich Lebensmittel mit einem Plus von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Analysten führten auch dies auf die chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten zurück, die zu höheren Preisen für Nahrungsmittel geführt haben könnten. Gleichwohl erreichte die Inflation mit 3,2 Prozent im Februar nun den höchsten Wert seit zehn Monaten.

Im Februar versorgten Chinas Banken die heimische Wirtschaft in einem deutlich geringeren Umfang mit Krediten als erwartet und als noch im Jänner. Umgerechnet knapp 77 Milliarden Euro (620 Milliarden Yuan) liehen die Institute den Unternehmen. Am Markt war mit 750 Milliarden Yuan gerechnet worden, im Jänner waren es noch 1,07 Billionen Yuan.

Im Kampf gegen Inflationsrisiken beginne die chinesische Zentralbank bereits, Liquidität vom Markt abzuziehen, erklärten Experten.

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