"China ist keine simple Lokomotive"

"China ist keine simple Lokomotive"

"China ist keine simple Lokomotive, sondern ein Impulsgeber: im negativen wie im positiven Sinne", erklärt Rolf Langhammer, Fachmann am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) mit Blick auf die neuen wirtschafts- und finanzpolitischen Ziele, die der Nationale Volkskongress in Peking festlegte.

Der angestrebte Strukturwandel im Reich der Mitte könne auch Spannungen und Destabilisierungen für die Weltwirtschaft mit sich bringen - und damit auch für Partner- und Konkurrenzländer wie Deutschland.

Die größte Herausforderung für China in der nächsten Zeit sieht Langhammer darin, "den sanften Übergang vom raschen Wachstum einer investitionsgetriebene Exportorientierung ... zum langsameren Wachstum einer innovationsgetriebenen Binnenorientierung als Anbieter von Dienstleistungen zu schaffen, und zwar ohne dass dieser Strukturwandel harte Friktionen in Beschäftigung und Realeinkommensniveau mit sich bringt". Von der globalen Wirtschaft erhalte China dafür derzeit wenig Rückenwind und sei weitgehend auf sich alleine gestellt.

In der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise spielte China nach der Analyse Langhammers "als offene, nachfragestarke Volkswirtschaft eine klar stabilisierende" Rolle. "Stabilität ist auch wesentliches Ziel der chinesischen Politik", unterstrich er. Allerdings brächten die Veränderungen in dem Land auch destabilisierende Momente mit sich. Je mehr China etwa seine Währung als eine internationale Abrechnungs-, Transaktions-, Reserve- oder Anlagewährung ins Spiel bringe, desto mehr könne das zu Spannungen in einer Welt führen, in der derzeit noch der US-Dollar dominiere. Zudem werde der Strukturwandel die Nachfrage- und Produktströme in dem Land verändern und viele Fragen aufwerfen, etwa zur Marktöffnung für Informationsdienstleistungen und etliche mehr. "Auch von daher kann Destabilisierung kommen", analysierte Langhammer.

Marktöffnung

In der vielfach vom Westen kritisierten Wechselkurspolitik sieht Langhammer einen moderaten Wandel in Richtung mehr Marktbestimmung. China sei auf dem Wege, im weltweiten Finanzgeschehen mit der langsamen Öffnung der chinesischen Währung für In- und Ausländer eine stärkere Rolle zu spielen. Allerdings räumt Langhammer ein, dass der Weg zu einem rein vom Finanzmarkt bestimmten Wechselkurs noch weit ist. Und größere Unruhen in die Finanzwelt zu tragen, könne sich China als wichtigster Gläubiger vieler Staaten, nicht zuletzt der USA, auch nicht leisten. Den unter einer Schwächung des US-Dollar würde der Groß-Investor China selbst am meisten leiden.

Dass China seine Ausgaben für das Militär und die anderen Sicherheitskräfte kräftig hochfahren will, wundert Langhammer nicht. "Die Regierung sieht in der massiv ungleichen Einkommens- und Vermögensverteilung zwischen Personen und Regionen einen wesentlichen Risikofaktor für die innere Sicherheit", sagte der Wissenschaftler. Dabei gehe es der Führung auch darum, "innere Unruheherde möglichst früh zu erkennen, bevor sie aufbrechen". Zum anderen sei die militärische Aufrüstung wohl auch eine Folge zunehmender Spannungen um Grenzziehungen im ostasiatischen Raum sowie eines härteren Auftretens der Nachbarländer gegenüber China, vermutet Langhammer.

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