China sichert Europa weiter Unterstützung in der Krise zu

China sichert Europa weiter Unterstützung in der Krise zu

Wenige Stunden nach dem Eklat um eine Pressekonferenz bekräftigte die Volksrepublik am Donnerstag ihr Vertrauen in den schuldengeplagten Kontinent.

Er sei davon überzeugt, dass Europa seine Krise überwinden könne, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao in Brüssel. Beide Seiten versuchten die Wogen in ihren Handelsstreitigkeiten zu glätten.

Sein Land habe in den vergangenen Monaten weiter Anleihen aus Ländern der Euro-Zone gekauft, sagte Wen auf einer Konferenz, auf der er nach den Gesprächen mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und dem ständigen EU-Ratspräsident Herman van Rompuy eine Rede hielt. "Europa ist einer der größten Märkte für China, um seine Devisenreserven zu investieren, und China wird weiter über angemessene Wege zum Kampf gegen die Schuldenkrise beitragen", betonte er. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hält die weltweit größten Devisenreserven im Umfang von 3,24 Billionen Dollar. Nach Schätzungen von Volkswirten besteht etwa ein Viertel davon aus Vermögenswerten in Euro.

Nach der Absage der Pressekonferenz zum Abschluss des EU-China-Gipfels betonte Wen die gemeinsamen Interessen der Staatengemeinschaft und der größten Volkswirtschaft Asiens: "Wir verfolgen beide in Wirtschaft und Handel eine Politik der Offenheit und Freiheit, weisen Protektionismus zurück und arbeiten daran, die wirtschaftliche Globalisierung voranzutreiben." Tatsächlich haben sich die Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und China in den vergangenen Wochen verschärft. Europa hat vor kurzem ein Verfahren gegen chinesische Dumpingpreise für Solarmodule eingeleitet.

Der beidseitige Handel hat sich in den vergangenen acht Jahren auf rund 430 Milliarden Euro verdoppelt. Immer mehr chinesische Unternehmen investieren zudem in Europa. So will Hutchison aus Hongkong den österreichischen Mobilfunkanbieter Orange übernehmen, ThyssenKrupp könnte den Autozulieferer Tailored Blanks an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan verkaufen und für den Gabelstaplerhersteller Kion aus Wiesbaden interessiert sich Shandong Heavy.

Auch im Streit um den Klimaschutz machte die Volksrepublik Angebote: China wolle als einer der größten Treibhausgasproduzenten der Welt gemeinsam mit den Europäern Systeme für den Emissionshandel entwickeln, teilte die EU-Kommission mit. Andris Piebalgs, EU-Kommissar für Entwicklung, und der chinesische Handelsminister Chen Deming unterzeichneten einen Vertrag über Finanzhilfen für Projekte, die den C02-Ausstoß Chinas reduzieren sollen. Strittig ist die Teilnahme chinesischer Fluggesellschaften am europäischen Emissionshandel: Die EU verlangt eine Beteiligung ab April, um ihre Klimaziele zu erreichen. China weigert sich bislang aber, Rechte auf den Ausstoß von Treibhausgasen zu kaufen und damit seinen Airlines Kosten aufzuhalsen. Wie viele andere Schwellenländer wehrt sich die Volksrepublik dagegen, in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung durch Klimaziele eingeengt zu werden.

Einen Tag vor dem Gipfeltreffen hat die EU die abschließende Pressekonferenz aus Protest gegen chinesische Vorgaben abgesagt. Demnach wollte die Volksrepublik eine Liste mit den Namen der teilnehmenden Journalisten erhalten und diese überprüfen. Bereits beim EU-China-Gipfel im vergangenen Jahr bekamen die Brüsseler Korrespondenten keine Chance, Fragen an die chinesischen Vertreter zu stellen. Damals war China mit den Bedingungen nicht zufrieden und hatte den Medienauftritt kurzfristig abgeblasen.

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