Carlos Slim und der drohende Fall vom Thron der Milliardäre

Carlos Slim und der drohende Fall vom Thron der Milliardäre

Gleichzeitig rückt Bill Gates, der Gründer von Microsoft , immer näher an Carlos Slim heran. In der vergangenen Woche schrumpfte der Abstand zwischen Slim und Gates auf etwa 4,8 Mrd. Dollar (3,7 Mrd. Euro) zusammen. So nah dran an der Spitzenposition war Gates seit fast einem Jahr nicht mehr.

Slim, der Sohn eines Einwanderers aus dem Libanon, machte sein Vermögen, indem er das mexikanische Telekommonopol kaufte und es zu einem Marktführer in Lateinamerika ausbaute. Im vergangenen Monat allerdings schrumpfte sein Vermögen um fast ein Zehntel auf 71 Mrd. Dollar zusammen, wie aus dem Bloomberg Billionaires Index hervorgeht.

Dafür verantwortlich war in erster Linie seine Beteiligung an America Movil, dem Telekomkonzern, dessen dominierende Marktstellung in Lateinamerika immer stärker unter Beschuss gerät. Politiker und Aufsichtsbehörden fordern strengere Kontrollen. Dadurch wird der stete Geldstrom in die Kasse von Slim gefährdet.

“Die Herausforderungen für America Movil beginnen in Mexiko, wo der Widerstand gegen die Marktdominanz zunimmt”, sagt Mark Mobius, Executive Chairman von Templeton Emerging Markets Group. “Während die Konkurrenten immer rentabler werden, wächst der Ärger für America Movil in Mexiko, da sie nicht mehr Gewinne wie in der Vergangenheit erzielen können.” Arturo Elias, ein Sprecher von Slim, lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Aktie bricht ein

Investoren verkaufen die Aktie des Konzerns, da sie immer mehr zu der Einsicht kommen, dass selbst Slim nicht immun gegenüber dem nachlassenden Wachstum in Lateinamerika ist. Titel des Unternehmens sind auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gefallen.

“Wenn selbst sie ihre Margen nicht halten können, dann kann das niemand”, sagt Christopher King, ein Analyst von Stifel Nicolaus & Co. “Sie sinken auf breiter Ebene, und das ist besonders besorgniserregend.”

Slim wurde 2007 zum reichsten Menschen der Welt, zeigen Bloomberg-Daten. Um das zu erreichen, zog er an Gates und Warren Buffett, der Investor-Legende von Berkshire Hathaway Inc., vorbei. Noch im Januar hatte der Mexikaner einen Vorsprung von bis zu 14,5 Mrd. Dollar vor Gates.

Gates und Buffett haben versprochen, einen Großteil ihres Vermögens wegzugeben und haben bereits Milliarden an die wohltätige Stiftung von Gates überwiesen, wodurch ihr Reichtum etwas geschrumpft ist. Buffett rutschte im vergangenen Jahr hinter Amancio Ortega auf Rang vier zurück. Der Spanier ist Gründer der Modekette Zara.

America Movil wird schon seit langem von Wettbewerbern und Wettbewerbsbehörden vorgeworfen, in Mexiko eine Monopol-Position auszunutzen. Tatsächlich beherrscht der Konzern in dem Land 70 Prozent des Mobilfunkmarktes und 80 Prozent des Festnetzes. Ein neuer Gesetzesvorschlag sieht nun vor, dass Unternehmen, die mindestens 40 Prozent des Marktes beherrschen, dazu gezwungen werden können, einen Teil ihres Netzes an Konkurrenten zu verleihen, berichtete die Zeitung Reforma letzte Woche.

Gleichzeitig verschlechtert sich das früher so stabile Geschäft mit Handygesprächen. In Mexiko, Brasilien und Kolumbien - auf die drei Länder entfallen 70 Prozent des Konzernumsatzes - haben Aufsichtsbehörden die Gebühren beschränkt, die America Movil von Konkurrenten verlangen darf, damit Gespräche von deren Kunden zu den eigenen weitergeleitet werden.

Fehlinvestition: KPN

Und dann gibt es da auch noch Europa. Nachdem America Movil im vergangenen Jahr mehr als 3 Mrd. Euro in den Kauf von 28 Prozent an KPN NV gesteckt hat, fiel der Kurs des niederländischen Unternehmens um 65 Prozent. Im vergangenen Monat steckten die Mexikaner weitere 900 Mio. Euro in KPN, um dessen Finanzen aufzupeppen. Die Titel von Telekom Austria AG sind um 36 Prozent abgesackt, nachdem America Movil beschlossen hat, sich mit 21 Prozent an dem österreichischen Konzern zu beteiligen.

Slim hat erklärt, dass er die Beteiligungen in Europa als langfristige Anlagen ansieht. Angesichts der bisherigen Verluste und der Herausforderungen in der Heimatregion fragen sich allerdings immer mehr Investoren, ob es so eine gute Idee ist, die Mittel von America Movil außerhalb Lateinamerikas einzusetzen, sagt Richard Dineen, ein Analyst bei HSBC Holdings Plc in New York. Sie könnten beispielsweise in Deals mit den Regierungen gesteckt werden, um scharfe Gesetze abzuwenden. Slim könne zum Beispiel den Ausbau des Internets in ländlichen Gebieten oder ähnliche Projekte anbieten. “Man kann eine Menge tun, um die Herzen und Köpfe zu gewinnen”, sagt er.

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