Buchbranche attackiert Amazon wegen "Erpressung"

Buchbranche attackiert Amazon wegen "Erpressung"

Der Dachverband der deutschen Buchverlage hat sich auf den US-Online-Händler eingeschossen und spricht von einer "Erpressung der Verlage". Amazon soll die Auslieferung von Büchern von Verlagen - um die Kondtionen für diese zu drücken.

Seattle/Frankfurt Im Kampf um den E-Book-Markt hat der Dachverband der deutschen Buchbranche Amazon Machtmissbrauch vorgeworfen. Der Online-Händler strebe durch "Erpressung der Verlage" weltweit eine marktbeherrschende Stellung an, kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am Dienstag in Frankfurt.

Das Kartellrecht müsse auch im digitalen Markt durchgesetzt werden, so der Branchenvertreter: "Es ist ein klarer Auftrag an die Politik und längst überfällig." Nach Medienberichten verzögert Amazon in den USA und Deutschland die Auslieferung von Büchern zweier großer Verlagsgruppen, um diese dadurch zu für Amazon günstigeren Konditionen zu zwingen. "Diese Erpressung findet auf dem Rücken von Kunden und Autoren statt", erklärte Skipis. Von Amazon war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" fordert Amazon in Europa von dem schwedischen Verlagskonzern Bonnier, zu dem bekannte deutsche Verlage wie Ullstein, Piper, Berlin und Carlsen gehören, höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books. Um Druck auf Bonnier auszuüben, würden seit Anfang Mai zahlreiche Titel von dem Konzern angehörenden Verlagen nur mit langen Lieferfristen verkauft, obwohl die jeweiligen Titel problemlos vorrätig wären.

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