Bruegel: Hilfsprogramm für Griechenland ist ein Fehlschlag

Bruegel: Hilfsprogramm für Griechenland ist ein Fehlschlag

Das Scheitern des Griechenland-Hilfspakets hat nach Ansicht der Wirtschaftswissenschaftler des Bruegel-Instituts drei Gründe: Die "besonders schlechten Ausgangsbedingungen" in dem Land, ein wesentlich schwächeres Verwaltungs- und politisches System als in Portugal und Irland, sowie die Tatsache, dass Griechenland als erstes Land von Finanzhilfen der damals "absolut unvorbereiteten" Eurozone profitiert habe.

Den Experten der einflussreichen Denkfabrik zufolge hätte der Ende 2011/Anfang 2012 vorgenommene Schuldenschnitt für Griechenland wesentlich früher stattfinden müssen. Die Verspätung habe dazu geführt, dass die Privatgläubiger durch staatliche Gläubiger ersetzt wurden, so dass die Verluste zu Lasten der Steuerzahler gingen. Dies werde voraussichtlich noch ein wichtiger Streitpunkt werden, wenn die europäischen Geldgeber "eingestehen müssen, dass Griechenland nicht in der Lage ist, seine Schulden zurückzuzahlen", schrieben die Wirtschaftswissenschaftler Guntram Wolff, André Sapir und Jean Pisani-Ferry.

Irland: Ein Erfolg

Für Irland und Portugal zeichneten die Experten ein weniger düsteres Bild. Im Fall Irlands sei das Hilfspaket trotz bleibender "Risiken" ein Erfolg. Die Hilfen für Portugal seien "wahrscheinlich" ein Erfolg, auch wenn die Wirtschaft des Landes strukturell immer noch schwach und verletzlich sei.

Das krisengeschüttelte Griechenland hatte im Mai 2010 als erster Rettungskandidat von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) Notkredite von 110 Milliarden Euro erhalten. Angesichts der desolaten Lage reichten die Hilfen jedoch bei weitem nicht aus, 2012 wurde ein zweites Hilfspaket geschnürt. Weitere Kredite von 165 Milliarden Euro wurden zugesagt, zudem verzichteten Privatgläubiger auf rund 107 Milliarden Euro ihrer Forderungen. Die Berichte der Gläubiger zu den griechischen Fortschritten bei der Bewältigung der Schuldenlast fallen nach wie vor oft kritisch aus.

Irland war im Herbst 2010 das zweite Euro-Land, das internationale Finanzhilfen in Anspruch nehmen musste. Um eine schwere Wirtschaftskrise zu überwinden, vereinbarte die irische Regierung ein 85 Milliarden Euro umfassendes Hilfspaket mit EU und IWF. Irland kommt bei den im Gegenzug für die Hilfen zugesagten Reformen gut voran. Portugal beantragte im Frühjahr 2011 Finanzhilfen. Geschmiedet wurde ein Hilfsprogramm von EU und IWF von 78 Milliarden Euro.

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