Britische Banken brauchen 25 Milliarden Pfund – die Wirtschaft schrumpft

Britische Banken brauchen 25 Milliarden Pfund – die Wirtschaft schrumpft

Die bei der Bank of England angesiedelte Bankenaufsicht will, dass die Banken schon bis Dezember auf eine harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) von mindestens sieben Prozent der Bilanzrisiken kommen. Einige Institute erfüllten die Vorgaben bereits, den übrigen fehlten Ende 2012 noch 25 Milliarden Pfund, erklärte die Aufsichtsbehörde am Mittwoch.

Staatshilfen seien nicht nötig, um auf die geforderten Quoten zu kommen. Die größten Geldhäuser haben bereits Maßnahmen eingeleitet, die zusammen mit den erwarteten Gewinnen etwa die Hälfte der Lücke schließen sollen.

Die Aktien von RBS, HSBC und Barclays legten leicht, die Titel von Lloyds deutlich um gut zwei Prozent zu. Der oberste Bankenaufseher Andrew Bailey hatte vor allem die Bewertung der Risiken in den Büchern der Institute - und vor allem die Risikovorsorge auf faule Kredite - kritisch unter die Lupe genommen. Im Umgang damit hatten sich eklatante Unterschiede zwischen den Häusern gezeigt. Eine solide Kapitalausstattung ist vor allem für RBS und Lloyds wichtig, die in der Finanzkrise teilverstaatlicht worden waren. Sie sollen nach den Vorstellungen der Regierung bis zur Wahl 2015 wieder privatisiert werden.

Nach den neuen Eigenkapitalvorschriften des internationalen Regelwerks Basel III müssen die Banken weltweit eine Kapitalquote von sieben Prozent erst bis 2018 erreichen, Großbritannien hatte bei der EU aber auf die Möglichkeit gepocht, die Vorgaben zu verschärfen. Mit Hilfe des zusätzlichen Eigenkapitals sollen Banken besser für nächste Finanzkrisen gewappnet sein, um nicht dem Steuerzahler zur Last zu fallen.

Die Aufseher appellierten an Banken und Bausparkassen, die Kreditvergabe an die Wirtschaft durch die Kapitalmaßnahmen nicht zu beeinträchtigen. Großbritannien droht die dritte Rezession binnen fünf Jahren. Zu den Aufgaben der Bank of England gehört auch die Beobachtung von Systemrisiken für die Finanzbranche.

BIP schrumpfte im vierten Quartal 2012 erneut

Großbritannien droht die dritte Rezession innerhalb von fünf Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im vierten Quartal 2012 um 0,3 Prozent zurück, wie das Nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Damit wurde eine frühere Schätzung bestätigt. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe sank um 2,1 Prozent - das größte Minus seit Anfang 2009. Sollte das BIP auch im ersten Quartal 2013 schrumpfen, rutscht das Land wieder in die Rezession.

Die einzelnen Wirtschaftsdaten aus dem ersten Quartal bieten ein gemischtes Bild: So ging die Industrieproduktion im Jänner zurück, während sich der in Großbritannien dominante Servicesektor im Februar positiv entwickelte. Das ungewöhnlich kalte Winterwetter könnte die Konjunktur jedoch letztlich gedämpft haben, befürchten Experten.

Die schwachen BIP-Zahlen aus Großbritannien drückten über das Pfund Sterling auch den Euro zum Dollar. Die Gemeinschaftswährung fiel auf unter 1,28 Dollar zurück und notiert damit so niedrig wie seit Mitte November nicht mehr.

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