"Brexit"-Szenario: Was passiert, wenn Großbritannien aus der EU aussteigt?

"Brexit"-Szenario: Was passiert, wenn Großbritannien aus der EU aussteigt?

Mit einem Schlag fiele das EU-Budget um 4,7 Milliarden Euro kleiner aus. Um so viel zahlt Großbritannien trotz des Rabattes mehr ein, als sie über Förderungen wieder aus den Gemeinschaftstöpfen schöpfen.

Es hätte so schön sein können. Je nach Geschmack hätte man die Granat- oder die Rubin-Hochzeit feiern können, ganz ohne Misstöne. Doch nach 40 Jahren hat sich die Beziehung zwischen der Europäischen Union und Großbritannien abgekühlt, es wird vor allem gestritten. Der konservative Premierminister David Cameron kündigte jetzt an, die Briten 2017, zwei Jahre nach seiner möglichen Wiederwahl im Jahr 2015, über den Verbleib in der EU abstimmen zu lassen. Eine Mehrheit für einen Austritt ist laut aktuellen Umfragen nicht unwahrscheinlich, ein Schritt, der für beide Seiten nicht folgenlos bliebe.

Für europäische Unternehmen könnte ein "Brexit“ bedeuten, dass der größte Absatzmarkt der Welt um 62 Millionen Einwohner kleiner wird. Vor allem nordeuropäische Staaten würden einen wesentlichen Handelspartner innerhalb der EU verlieren - und einen liberalen Verbündeten. Denn Großbritannien, neben Deutschland und Frankreich die dritte europäische Supermacht, sorgte seit seinem Beitritt 1973 für das marktliberale Gegengewicht zum stark regulierenden Frankreich.

Hinzu kommt, dass mit Großbritannien auch eine der stärksten Streitmächte die Union verlassen würde. All diese Punkte zusammen erscheinen - vor dem Hintergrund der fragilen wirtschaftlichen Situation - Europa in seiner Rolle als Weltmacht nicht gerade zu stärken.

Erpressung

In den vergangenen Monaten brachten die Briten den "Brexit“ immer dann ins Gespräch, wenn es um Zugeständnisse ging: Mehr Integration, mehr Beiträge, mehr Kontrollen lehnen sie ab. Im Zuge der anstehenden Budgetverhandlungen gab es gar nicht wenige EU-Bürokraten, die auf Camerons Veto-Drohungen etwas voreilig nur mit einem Schulterzucken reagierten. Motto: Sollen sie doch gehen, die machen doch sowieso nur Ärger.

Doch was würde aus Großbritannien, so ganz auf sich gestellt? Die Citibank etwa geht davon aus, dass viele Unternehmen sich von der Insel absiedeln würden. Die hohen Auslandsinvestitionen würden ausbleiben. Die Unsicherheit bis zum Referendum würde die wirtschaftliche Erholung bremsen. Ohne Handelsabkommen brächen die britischen Exporte ein, und selbst die Londoner Finanz-City fordert weltweite Bankenregeln statt zu vieler Sonderlösungen.

Für beide Seiten hätte die Trennung ihren Preis.

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