Bosch verbrennt mit Solar-Technik 2,4 Milliarden Euro

Bosch verbrennt mit Solar-Technik 2,4 Milliarden Euro

Nach Verlusten von 2,4 Milliarden Euro beendet der Autozulieferer Bosch seinen Ausflug in die Solarenergie und wird bis zu 3000 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen.

Die mit teuren Zukäufen seit 2008 aus dem Boden gestampfte Geschäftssparte sei dauerhaft nicht rentabel zu betreiben. Daher würden die Fertigung von Solarzellen und -modulen sowie die Entwicklungsaktivitäten Anfang 2014 eingestellt, teilte Bosch am Freitag in Stuttgart mit.

Obwohl die Photovoltaik künftig weltweit eine große Rolle bei der Energieversorgung spielen werde, könne sich Bosch Milliardenverluste nicht über einen längeren Zeitraum leisten, gestand Unternehmenschef Volkmar Denner ein, der seit Mitte vergangenen Jahres an der Spitze des im Stiftungsbesitz befindlichen Unternehmens steht. "Das ist vielleicht die schmerzhafteste Erfahrung, die ich in meinem Berufsleben erleben musste", sagte Denners Vorgänger an der Bosch-Spitze, Franz Fehrenbach, der an die Spitze des Aufsichtsrats gewechselt war.

Bosch droht mit dem Ausstieg aus der Solartechnik der größte Arbeitsplatzabbau seit Jahren. Weltweit zählt der Bosch-Konzern mehr als 300.000 Arbeitnehmer. Die 3000 Mitarbeiter zählenden Solartechnik-Geschäftseinheiten sollen veräußert werden, lediglich an der Entwicklung der Dünnschichttechnologie mit rund 150 Beschäftigten will Bosch zunächst festhalten. Die Tochter Aleo Solar mit rund 850 Mitarbeitern sei nicht von Insolvenz bedroht und durchfinanziert. Ob sich Käufer für die Werke in Frankreich und Arnstadt finden ist ungewiss, da Bosch in den vergangenen Monaten erfolglos nach einem Partner oder Investor Ausschau gehalten hat. Bosch habe sich - auch mit chinesischen Investoren - "viel Zeit genommen", sagte Denner. Am Ende sei dem Management aber "keine Lösung eingefallen", um dem Preisverfall bei Solarmodulen von bis zu 40 Prozent dauerhaft zu begegnen. Diese Entwicklung sei nicht absehbar gewesen, sagte Fehrenbach. Zum unternehmerischen Handeln gehörten aber nicht nur Erfolge, sondern auch Niederlagen. Vor Jahresfrist hatte der Manager noch gesagt, Bosch habe "einen langen Atem".

Rote Zahlen soweit das Auge reicht

Die Solarbranche schreibt durch die Bank rote Zahlen, zu Wochenbeginn hatte der chinesischen Solartechnik-Anbieter Suntech Insolvenz angemeldet. Allein im vergangenen Jahr summierten sich die Verluste mit Solartechnik bei Bosch auf rund eine Milliarde Euro. Die Entscheidung, die Solarzellen-Fertigung zu schließen, fiel im Gesellschafterkreis des Stiftungskonzern einstimmig. Kritik kam von Betriebsräten und der Gewerkschaft IG Metall. Bosch müsse den Beschäftigten eine "belastbare Perspektive" bieten, forderte Gewerkschafter und Aufsichtsratsmitglied Jörg Hofmann. Der Ausstieg europäischer Produzenten helfe nur der Konkurrenz aus China, um in der Zukunft die Früchte deutscher Ingenieure zu ernten.

Bosch machte die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung für den Niedergang der Branche im Hochlohnland Deutschland mitverantwortlich. Die "schnell wechselnden Rahmenbedingungen" für die Förderung der Solartechnik in Europa und anderen Ländern wie etwa Japan habe der gesamten Branche das Leben schwergemacht. Die Unternehmen seien "massiv verunsichert" worden, sagte Denner. Es sei zu bezweifeln, dass die von der EU erwogenen Schutzzölle gegen die mit Dumpingpreisen forcierten Solartechnik-Importe aus China den europäischen Anbietern helfen würden: In diesem Fall sei mit Gegenmaßnahmen Chinas zu rechnen. Bosch halte nichts von protektionistischen Maßnahmen.

Der zuletzt auch in den Sparten Automobiltechnik und Maschinenbau unter Druck geratene Bosch-Konzern hatte sich viel von der Expansion in die Solartechnik versprochen, die zuletzt weniger als eine Milliarde Euro zum Konzernumsatz von 52 Milliarden Euro beisteuerte. Zusammen mit den Aktivitäten in der Gebäude- und Energietechnik wollte Bosch damit seine Palette an "grünen" Technologien ausbauen. Synergieeffekte mit anderen Geschäftssparten der Schwaben ergaben sich vor allem in der Fertigung von mikroelektronischen Bauteilen.

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