Blockupy: "Widerstand im Herzen des europäischen Krisenregimes"

Blockupy: "Widerstand im Herzen des europäischen Krisenregimes"

Denn der angekündigte Dauerregen könnte die am Freitag geplanten Blockadeaktionen der Kapitalismusgegner von "Blockupy" in der Innenstadt erheblich beeinträchtigen. Weniger Teilnehmer, weniger Zuschauer, weniger Wirkung - so die Sorge vieler Aktivisten.

"Das Wetter ist schon sehr ärgerlich", sagt eine Sprecherin der Blockupy-Bewegung. Sie rechnet trotz der Wolkenbrüche mit mehr als 1000 Teilnehmern, die friedlich unter anderem die Zugänge zur Europäischen Zentralbank und zur Deutschen Bank versperren wollen. Im Tagesverlauf könnte die Zahl noch steigen. Einige campieren bereits seit Montag am Stadtrand. Die Polizei geht für Freitag in der Spitze von bis zu 5000 Protestlern aus.

"Widerstand im Herzen des europäischen Krisenregimes", lautet das Motto der diesjährigen Protestaktionen zahlreicher linker Gruppen, die sich zur Bewegung Blockupy zusammengeschlossen haben. Sie kritisieren unter anderem die Sparpolitik in Europa, prangern Nahrungsmittelspekulationen von Banken an und beschweren sich über Mietpreiserhöhungen. "Von uns wird keine Eskalation ausgehen, Menschenblockaden sind friedlich", betont die Sprecherin des Bündnisses. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei vorsorglich fast die ganze Innenstatdt abgeriegelt, was dieses Mal allerdings nicht erwartet wird. Dieses Jahr würden voraussichtlich nur die betroffenen Gebäude abgesperrt, aber nicht ganze Straßenzüge, hieß es in Polizeikreisen. Am Samstag werden dann mehr als 15.000 Menschen zu einer Anti-Kapitalismus-Demonstration erwartet.

Banken haben Notfallpläne für Freitag

Die Banken rüsten sich mit Notfallplänen für die Aktionen am Freitag. Dabei kommt ihnen zugute, dass Donnerstag ein Feiertag in Hessen ist. "Viele haben den Brückentag freigenommen", verlautet es aus zahlreichen Banken. "Wir haben alle Mitarbeiter, die nicht unbedingt anwesend sein müssen, ermuntert, frei zu nehmen", sagt ein Sprecher der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Zudem arbeiten bei allen Instituten viele von zu Hause oder in Ausweichquartieren. Bei der Deutschen Bank etwa sei die Mehrzahl der Mitarbeiter in den Zwillingstürmen voraussichtlich nicht da, betont ein Insider. "Bringt Töpfe und Löffel mit - wir schlagen Alarm", heißt es auf einem Blockupy-Flyer, der zur Belagerung der Deutschen Bank aufruft. Das Motto lautet: "Gegen Geschäfte mit dem Hunger." Ein Sprecher des Instituts sagt, man werde die Situation genau beobachten.

Zwei Filialen des größten deutschen Geldhauses in der Nähe der Zentrale bleiben geschlossen. Auch die Frankfurter Sparkasse macht drei Filialen in der Innenstadt zu - als "reine Vorsichtsmaßnahme", so ein Sprecher. Andere Banken, wie die genossenschaftliche DZ Bank, erhöhen ebenfalls die Sicherheitsvorkehrungen. Die Frankfurter Privatbank Metzler macht die Hauptniederlassung im Zentrum dicht. "Da werden wie sonst an einem Wochenende alle Jalousien runtergelassen", betont ein Sprecher.

Den Auftakt der Blockadeaktionen bildet die Belagerung des Gebäudes der Europäischen Zentralbank (EZB). Dort werde die Polizei aber einen Weg freihalten, sagt ein Sprecher der Frankfurter Polizei. Es gebe eine vertragliche Verpflichtung, dass die Mitarbeiter der Zentralbank ihren Arbeitsplatz erreichen können. Eine EZB-Sprecherin sagte, die Notenbank werde die nötigen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit von Mitarbeitern und Besuchern zu gewährleisten und die Handlungsfähigkeit der EZB sicherzustellen.

Am Freitagnachmittag planen die Aktivisten auch eine Demonstration am Frankfurter Flughafen, wo sie gegen die Abschiebung von Flüchtlingen demonstrieren wollen. Mit Beeinträchtigungen des Flugverkehrs wird nicht gerechnet. "Wir respektieren die Proteste, aber wir werden keine Blockade dulden, die in den Terminals die Sicherheit gefährdet", sagt ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Der Airport bereite sich zusammen mit der Polizei auf die Demonstration vor. Für viele Aktivisten dürften die Aktionen am Flughafen einen besonderen Pluspunkt haben: Dort sind sie dann im Trockenen.

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