Bill Clinton: Volksnah, erfolgreich, Liebling der US-Demokraten

Bill Clinton: Volksnah, erfolgreich, Liebling der US-Demokraten

Das hat sich bei seiner Nominierungsrede für Präsident Barack Obama in der Nacht zum Donnerstag wieder gezeigt. Wohl kaum jemand anderes kann eine derart lange Rede mit so vielen Details und Fakten halten wie er - und trotzdem das Publikum in Atem halten.

Die große Stimme der Partei erschallt wieder - so beschrieb etwa die "Washington Post" den Stellenwert, den Clinton heute immer noch hat.

Dabei kommen ihm natürlich seine Erfolge als Präsident zugute, die ihm auch politische Gegner schwerlich absprechen können. Die Wirtschaft lief damals wie geschmiert. Als er 2001 abtrat, war sogar der Haushalt ausgeglichen. Davon kann Barack Obama nur träumen.

Das Phänomen Clinton ist vielschichtig. 66 Jahre alt ist er heute, weißhaarig, hat Herzprobleme - doch ihn umgibt noch immer die Aura des ewig Junggebliebenen. Clinton, der aus einfachsten Verhältnissen ins Weiße Haus aufstieg, gilt als Glückskind der Politik. Als Sonntagskind, das alles ohne allzu große Mühe hinzukriegen scheint und durch großen Charme besticht. Doch vor allem verfügt er über eine Eigenschaft, die Obama abgeht: Clinton gilt als volksnah.

"It's the economy, stupid"

Dabei ist dem damaligen Präsidenten in Wirklichkeit nicht alles in den Schoß gefallen. Es fing mit der Wahl 1992 an. Nach dem gewonnenen Kuwait-Krieg galt Amtsinhaber George Bush Senior eigentlich als unschlagbar. "It's the economy, stupid" (Auf die Wirtschaft kommt es an, Dummerchen) war damals ein frecher Slogan mit erheblichem Risiko - doch er brachte Clinton den gewünschten Erfolg.

Auch sonst wurde ihm nichts geschenkt: Die Anfangsjahre seiner Präsidentschaft waren holprig. Die Republikaner lieferten ihm einen beinharten Kampf. Doch als Clinton mit seiner Gesundheitsreform ("Hillary-Care") auf immer mehr Schwierigkeiten stieß, ruderte er zurück, distanzierte sich. Das war damals kühl kalkulierte Realpolitik. Im Gegensatz dazu hat sich Obama bei seiner Gesundheitsreform über alle Kritik der Republikaner hinweggesetzt - und einen Pyrrhussieg errungen.

"Oral Office"

Doch Clintons größtes politisches Kunststück war es, wie er sich aus der Sexaffäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky rettete. Unappetitlich, für das teilweise puritanische Amerika empörend waren die Details. Von "Oral Office" war die Rede. Clinton stand am Rand des Abgrunds. Aber ein Verfahren zur Amtsenthebung 1999 scheiterte, die Amerikaner vergaben ihm - seine Frau Hillary wohl auch.

Heute reist Clinton als Elder Statesman durch die Welt, hält hoch bezahlte Reden, kämpft mit seiner Stiftung weltweit gegen Aids und Armut - und wird immer beliebter.

Geboren wurde William Jefferson Clinton am 19. August 1946. Er wuchs in Arkansas auf und studierte Jus, unter anderem an der Yale-Universität. Hier lernte er auch seine spätere Frau Hillary Rodham kennen, die heutige Außenministerin der USA. 1978 wurde Clinton Gouverneur von Arkansas, im Jänner 1993 zog er als drittjüngster Präsident der US-Geschichte ins Weiße Haus ein. Als er es acht Jahre später verließ, waren seine Umfragewerte so gut, wie es selten bei einem ausscheidenden US-Präsidenten vorgekommen ist.

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