Berlusconi bleibt mindestens bis Weihnachten auf freiem Fuß

Berlusconi bleibt mindestens bis Weihnachten auf freiem Fuß

In dem wohl schwierigsten Wochenende seines Lebens nach der Niederlage im Machtkampf mit der Regierung Letta und den Beschluss der Senatskommission, ihn aus dem Parlament zu drängen, tröstet sich Italiens rechtskräftig verurteilter Ex-Premier Silvio Berlusconi mit einer positiven Nachricht. Mindestens bis Weihnachten wird er noch auf freiem Fuß sein können.

Aus technischen Gründen wird das Mailänder Gericht nicht vor zwei bis drei Monaten entscheiden, wo der Medienzar Sozialdienst leisten soll, um seine einjährige Haftstrafe wegen Steuerbetrugs abzubüßen, hieß es aus Justizkreisen.

Berlusconi will seine einjährige Haftstrafen nicht unter Hausarrest absitzen, sondern Sozialdienst leisten. Der Antrag soll bei den Justizbehörden Anfang kommender Woche eingereicht werden, berichtete Berlusconis Rechtsanwalt Fausto Coppi. Berlusconi wolle die gemeinnutzige Arbeit in Rom und nicht in seiner Heimatstadt Mailand leisten. Zuletzt hatte er deswegen seinen Wohnsitz von Mailand in die italienische Hauptstadt verlegt.

Sozialdienst habe den Vorteil, dass dabei die Auflagen für die Bewegungsfreiheit weniger strikt seien, auch sei der Kreis der Gesprächspartner nicht so eingeschränkt wie beim Hausarrest, berichteten Experten. Sozialdienste würden ihm außerdem eine zweimonatige Verkürzung der Strafe ermöglichen. Unter Hausarrest könnte Berlusconi nur seine engsten Angehörigen, die mit ihm wohnen, und seine Rechtsanwälte treffen. Um die Spitzenrepräsentanten seiner Partei treffen zu können, müsste Berlusconi stets bei Gericht um Erlaubnis dafür bitten. Noch unklar ist, wo Berlusconi Sozialdienst leisten könnte.

Als Sozialarbeit kommen unter anderem Dienste im Altersheim oder die Mitarbeit bei Wohn- oder Umweltprojekten infrage. Unklar ist, was genau auf Berlusconi zukommt. Zahlreiche caritative Hilfsvereine, sowie therapeutische Wohngemeinschaften für Drogenabhängige und Alkoholiker werben bereits um Berlusconi. Zu ihnen zählt auch die von dem bekannten Priester Antonio Mazzi geführte Gemeinschaft „Exodus“, die sich um die Behandlung von Drogenabhängigen kümmert.

Wachrüttelung für Berlusconi?

„Ich hätte Berlusconi gern hier mit meinen Jugendlichen, nicht aus Bosheit, sondern für seine Erlösung. Ich würde ihn gern morgens wachrütteln und ihn auffordern, sich das Bett zu machen. Ich würde gern, dass er stille und bescheidene Arbeit verrichtet, angefangen von Putzarbeiten im Bad, genau wie er es auch tun musste, als er 15 Jahre alt war und nicht an die ganzen Macht gewohnt war, die er heute hat“, so Mazzi im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ am Sonntag.

„Man müsste Berlusconi helfen, seine Seele wiederzuentdecken. Er sollte sich die Maske vom Gesicht nehmen und in sich schauen. Er sollte in der Stille Tomaten pflanzen, weit weg von den Bequemlichkeiten und den Höflingen, mit denen er sich wie Gott fühlt“, meinte Mazzi.

Nicht nur der Priester wirbt um Berlusconi. Angebote, bei ihnen seinen Sozialdienst zu leisten, erhielt der Medienzar auch von Auffangstationen für misshandelte Frauen, für Prostituierte und Spielsüchtige, Bewährungseinrichtungen für Gewaltkriminelle im Offenen Vollzug und von Tierschutzverbänden.

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