Beim Hauskauf in Spanien gibt's die Aufenthaltsgenehmigung jetzt gratis dazu

Beim Hauskauf in Spanien gibt's die Aufenthaltsgenehmigung jetzt gratis dazu

In Spanien stehen seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise und der 2008 geplatzten Immobilienblase mehr als eine Million Häuser leer. Hunderttausende Spanier, die zuvor in der boomenden Baubranche arbeiteten, verloren ihre Jobs. Die Immobilienpreise sind seit 2008 um mehr als 30 Prozent gefallen. Dennoch erholt sich der Sektor nicht.

Die massiv zunehmende Arbeitslosigkeit, die mittlerweile bei 25 Prozent liegt, und die nicht enden wollende Rezession und Wirtschaftskrise verhindern den Verkauf der leerstehenden Wohnungen. Um den großen Bestand an Immobilien zu reduzieren und die Bau- und Immobilienbranche wieder anzukurbeln, plant die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy (PP) nun reiche Ausländer mit der Vergabe eines Aufenthaltsrecht zum Kauf von Häusern und Wohnungen in Spanien zu animieren.

Russen und Chinesen sollen angelockt werden

Spanien will Ausländern, die sich eine Wohnung oder ein Grundstück im Wert von mindestens 160.000 Euro kaufen, automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung erteilen, erklärte Spaniens Staatssekretär für Handel, Jaime Garcia-Legaz. Die Maßnahme ist logischerweise auf nicht europäische Ausländer zugeschnitten. Vor allem Russen und Chinesen sollen mit der Aufenthaltsgenehmigung zum Kauf leerstehender Immobilien in Spanien angelockt werden, sagte Garcia-Legaz, der gerade in diesen Ländern ein großes Interesse an spanischen Immobilien ausgemacht haben will.

Obwohl bis Ende Dezember oder Anfang Jänner noch nicht feststeht, wie und wann genau die Maßnahme in Kraft treten soll, beginnen Spaniens Immobilienmakler bereits damit, die Werbetrommel zu rühren. Sie versuchen Russen, Chinesen, aber auch reiche Investoren aus Lateinamerika und den Arabischen Ländern mit der Aufenthaltsgenehmigung auf Immobilien in Spanien aufmerksam zu machen.

Falscher Ansatz

Miguel Hernández, Immobilienexperte an der Madrid IE Business School, glaubt allerdings nicht, dass die Maßnahme der Regierung groß dazu beitragen wird, den Bestand an leer stehenden Immobilien zu reduzieren. Er gibt zu bedenken, dass Russen und Chinesen einen nur geringen Teil der Immobilienkäufer in Spanien ausmachen. „Die meisten sind Europäer, für die eine Aufenthaltsgenehmigung logischerweise kein Anreiz ist. Die Regierung sollte nach Anreizen zum Immobilienkauf für Engländer, Deutsche und Franzosen suchen“, versichert der Immobilienexperte gegenüber der APA.

„Ausschlaggebend beim Kauf einer Immobilie ist für die meisten nicht europäischen Ausländer nicht die Aufenthaltsgenehmigung, sondern die Lage und der Wert der Immobilie“, bestätigt auch Joan Carles Amaro vom spanischen Wirtschaftsinstitut ESADE. Miguel Hernández und Amaro sehen in der Maßnahme und in der Debatte über die automatische Vergabe von Aufenthaltsgenehmigungen jedoch ein gutes Marketing, um potenziellen Käufern außerhalb und innerhalb der EU nahezubringen, dass Immobilien in Spanien derzeit günstig erworben werden können.

Neben der angeschlagenen Bau- und Immobilienbranche kommt die geplante Regelung auch Spaniens krisengeschüttelten Banken zugute. Viele Spanier können die Kredite, die sie für den Bau ihrer Häuser aufgenommen haben, nicht mehr bezahlen: Der spanischen Zentralbank zufolge waren im September 10,7 Prozent der von spanischen Banken vergebenen Kredite - vorrangig Immobilienkredite - als hochriskant einzustufen. Die Banken bleiben demnach auf Darlehen in Höhe von insgesamt 182,2 Mrd. Euro sitzen.

Portugal macht es ähnlich

Ähnliche Regelungen, wie Spanien sie jetzt plant, haben bereits auch andere Ländern Europas umgesetzt. In Portugal können Ausländer seit Oktober eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, sollten sie eine Immobilie für mindestens 500.000 Euro erwerben, mehr als eine Mio. Euro ins Land transferieren oder einen Betrieb mit mindestens dreißig Angestellten eröffnen.

Unterdessen erhalten ausländische Hauskäufer in Irland ein automatisches Bleiberecht, sobald die Kaufsumme mindestens 400.000 Euro beträgt. In Lettland hingegen reicht bereits der Erwerb einer 70.000 Euro teuren Immobilie und in der Tschechischen Republik sogar 8.000 Euro. In Griechenland erhalten Ausländer eine fünfjährige Aufenthaltsgenehmigung, sollten sie 300.000 Euro in Immobilien oder Geschäfte investierten. Deutschland und Frankreich vergeben Aufenthaltsgenehmigungen für Investitionen, die von „öffentlichem Interesse“ sind, wobei die Investitionssumme sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen eine Rolle spielen.

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