Bei slowenischen Banken tut sich ein Milliardenloch auf

Bei slowenischen Banken tut sich ein Milliardenloch auf

Die drei größten slowenischen Staatsbanken brauchen laut einer externen Prüfung eine Kapitalspritze von zusammen rund 3 Milliarden Euro. Auch die Slowenien-Töchter von Hypo, Raiffeisen und UniCredit benötigen mehr Kapital.

Ljubljana/Klagenfurt. Die Kapitallücke bei acht slowenischen Banken beträgt rund 4,78 Milliarden Euro, wie externe Prüfungen ("Stresstests") zeigen. Das sei der Kapitalmangel im Worst-Case-Szenario, sagte Notenbankgouverneur Bostjan Jazbec bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Ljubljana.

Der slowenische Staat wird für eine sofortige Rekapitalisierung der drei größten Staatsbanken rund 3 Mrd. Euro aufwenden. Die anderen Geldinstitute, darunter die slowenischen Töchter von Hypo Alpe Adria, Raiffeisen und UniCredit (Bank Austria), bekommen sechs Monate Zeit zur Stärkung ihrer Kapitalbasis. Die Hypo hätte schlimmstenfalls um 221 Mio. Euro zu wenig Kapital, Raiffeisen 113 Mio. Euro und UniCredit 14 Mio. Euro.

Die staatlichen Großbanken - NLB (Nova Ljubljanska Banka), NKBM (Nova Kreditna Banka Maribor) und Abanka – haben bereits vor den Stresstests und der Prüfung der Qualität ihrer Aktiva die Kapitalanforderungen der Notenbank nicht erfüllt. Sobald die EU-Kommission dafür grünes Licht gibt, werden sie vom Staat eine Kapitalspritze von rund 3 Mrd. Euro bekommen.

Auch Anleihezeichner müssen zahlen

Das Geld für die Rekapitalisierung der drei Staatsbanken sei bereits sichergestellt, wie Finanzminister Uros Cufer sagte. Zwei Drittel der Mittel für die Kapitalspritzen sei mit Bargeld (überwiegend durch eine Umwandlung der Bankeinlagen des Staates in Kapital) gesichert, ein Drittel durch Staatsanleihen. Auch die Besitzer von nachrangigen Anleihen werden zu Kasse gebeten. Sie werden 440 Mio. Euro der Sanierungskosten tragen, womit sie laut Jazbec ihre gesamte Investition verlieren werden.

Die Kapitalerhöhungen werden allerdings nicht so zügig durchgeführt werden, wie die slowenische Regierung und Notenbank es geplant haben. Ljubljana wollte die Rekapitalisierungen bereits am Freitag durchführen, was jedoch nicht geschehen wird, da die Genehmigung aus Brüssel noch fehlt. Die slowenischen Behörden seien in diesen Plänen "zu optimistisch" gewesen, räumte der Notenbankchef ein. Grünes Licht der EU-Kommission wird laut dem Finanzminister "in den nächsten Tagen" erwartet.

Faule Kredite werden augelagert

Die größte Kapitalspritze wird die größte Bank im Land, die NLB, bekommen. Sie wird demnächst mit 1,55 Mrd. Euro rekapitalisiert. Die zweitgrößte Bank NKBM bekommt 870 Mio. Euro und die Abanka 591 Mio. Euro. Nach Bewilligung der EU-Kommission werden sie ihre faulen Kredite in der Höhe von insgesamt 1,67 Mrd. Euro in die Abwicklungsgesellschaft DUTB (Druzba za upravljanje terjatev bank) auslagern.

Nach der Sanierung wird die Bruttostaatsverschuldung auf 75,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) steigen. Der Regierung werden dann noch 2,5 Mrd. Euro in Bargeld für weitere Maßnahmen übrig bleiben, so Cufer.

Die Bankensanierung sieht auch die Privatisierung von NLB und NKBM vor. Der Staat möchte sich von der NKBM bis 2016 komplett trennen. Die NLB soll bis 2017 privatisiert warden, der Staat will jedoch eine Sperrminorität (25 Prozent plus eine Aktie) behalten.

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