Bedingung für weitere Milliarden: Griechenland muss 150.000 Beamte loswerden

Bedingung für weitere Milliarden: Griechenland muss 150.000 Beamte loswerden

Griechenland verhandelt mit seinen internationalen Kreditgebern über den Abbau von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst. Diese Stellenstreichungen sind eine Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Kredittranche.

Dieser “Meilenstein” von 150.000 Stellenstreichungen bestimmt, ob Griechenland in diesem Monat die nächste Tranche im Umfang von 2,8 Mrd. Euro ausgezahlt bekommt. Die Verhandlungen ziehen sich seit mehr als einer Woche hin, ohne dass bislang eine Einigung erzielt wurde.

“Der Jobabbau im öffentlichen Bereich ist ein wichtiger Bestandteil des Programms und dürfte politisch zu den am schwersten durchsetzbaren Teilen zählen”, sagte Chefökonom Holger Schmieding von Berenberg Bank in London und verwies auf die beiden Linksparteien in der Regierung: “Ich befürchte, das wird wahrscheinlich ein Streitpunkt bleiben - und zwar Prüfung nach Prüfung nach Prüfung.”

Griechenland hängt noch immer am Tropf der Euroländer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) - drei Jahre nachdem das Land seine Euro-Partner mit gefälschten Haushaltsdaten in die Irre geführt hatte. Um die zugesagten Hilfen über insgesamt 240 Mrd. Euro weiterhin zu erhalten, muss das Land Sparmaßnahmen einleiten, darunter fällt auch der anvisierte Jobabbau.

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von Griechenland war im Mai 2012 auf nahezu 31 Prozent gestiegen. Damals hatten die Euro-Finanzminister dem Land ein zweites Hilfspaket zugesagt. Seitdem ist die Rendite um etwa 20 Basispunkte auf zuletzt 10,61 Prozent gesunken.

667.733 öffentlich Bedienstete

Löhne und Renten machen etwa die Hälfte der griechischen Staatsausgaben aus, wie aus den Daten des Rechnungsamts hervorgeht. Am 1. Oktober waren im öffentlichen Dienst 667.733 Angestellte tätig. In dieser Zahl sind allerdings nicht die Beschäftigten bei den staatlichen Unternehmen, wie bei öffentlichen Verkehrsmitteln, enthalten.

“Es ist wichtig, die Belastung für die Gesellschaft durch diese aufgeblähte Bürokratie in einem tragbaren Maße zu verringern”, sagte Michael Massourakis, Chefökonom bei Alpha Bank in Athen. “Die wichtige Sache ist, dass dies ein Meilenstein für die März-Auszahlung von 2,8 Mrd. Euro ist.”

“Wenn die Verhandlungen scheitern sollten, wäre das ein schwerer Schlag”, fügte Massourakis an und warnte: “Ein Misserfolg hat Auswirkungen auf die Märkte für Griechenland, und das sollte um jeden Preis vermieden werden”.

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