Barack Obama: "Vier weitere Jahre"

Barack Obama: "Vier weitere Jahre"

US-Präsident Barack Obama ist klar und überzeugend wiedergewählt worden. Der demokratische Amtsinhaber eroberte weit mehr als die benötigten 270 Wahlmänner-Stimmen.

US-Präsident Barack Obama, ganz der moderne Medienpräsident, meldet sich zuerst per Twitter. "Das passierte nur Euretwegen", bedankt er sich bei seinen Anhängern. "Four more Years" (Vier weitere Jahre), schreibt der 51-Jährige. Das klingt nach Erleichterung, nach befreienden Durchatmen. "Wir stehen alle zusammen. So haben wir Wahlkampf gemacht und so sind wir. Danke", twittert der alte und neue Präsident in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit). Das klingt, als sei dem "mächtigsten Mann der Welt" ein Stein vom Herzen gefallen.

Barack Obama erhält trotz hoher Arbeitslosigkeit und einer nur schleppenden wirtschaftlichen Erholung also eine zweite Chance als US-Präsident. Tausende Anhänger feierten in der Nacht auf Mittwoch in Chicago die Wiederwahl des 51-Jährigen mit "Four more years"-Sprechchören ("Vier weitere Jahre"). Der erste afroamerikanische US-Präsident in der Geschichte versprach, er werde sich nach einer mit harten Bandagen ausgetragenen Wahlschlacht um Kompromisse mit den Republikanern bemühen, um die angeschlagene weltgrößte Volkswirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Sein Herausforderer Mitt Romney hatte kurz zuvor in Boston seine Wahlniederlage eingestanden.

Obama kündigte an, in seiner zweiten Amtszeit eine ganze Reihe von Vorhaben in Angriff zu nehmen, mit denen er bereits 2008 in den Wahlkampf gezogen war. Zusammen mit den Republikanern wolle er sich daran machen, das Steuersystem umzubauen, die Einwanderungsgesetze zu reformieren, die Abhängigkeit der USA von ausländischen Öllieferungen zu verringern und den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen. Der Schuldenberg in Höhe von 16 Billionen Dollar (12.500,00 Mrd. Euro)und das Defizit sind die dringendsten Probleme, die Obama so schnell wie möglich lösen muss - und dass ohne eine weitere Rezession zu riskieren. Dazu braucht er die Unterstützung des Kongresses.

Doch ausgerechnet dort ändert sich nichts an den bisherigen Machtverhältnissen. Während die Demokraten ihre Mehrheit im Senat ausbauen konnten, behielten die Republikaner im Repräsentantenhaus die Nase vorne. Hochrechnungen zufolge dürfte die Sitzverteilung nach der Wahl vom Dienstag ähnlich ausfallen wie bisher: Derzeit gibt es 240 Republikaner und 190 Demokraten in der Kammer. Der republikanische Präsident des Repräsentantenhauses, John Boehner, kündigte bei einer Wahlparty an, seine Partei werde auch künftig erbitterten Widerstand gegen Vorstöße der Demokraten für Steuererhöhungen für Wohlhabende leisten.

Schlussendlich sehr deutlich

Lange Zeit war die Wahl auf eine Zitterpartie für beide Bewerber hinausgelaufen, denn selbst Stunden nach Schließung der Stimmlokale lagen Obama und Romney in den wichtigsten Schlüsselstaaten so dicht beieinander, dass keine verlässlichen Hochrechnungen möglich waren. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Obama holte nach Prognosen mehrerer US-Fernsehsender Siege in einer ganzen Reihe von wichtigen "Swing States", wo der Ausgang lange Zeit völlig offen gewesen war, weil sie keinem Lager eindeutig zugerechnet werden konnten - darunter Ohio, Wisconsin, Iowa, Pennsylvania und New Hampshire. Das katapultierte ihn weit über die entscheidende Marke von 270 Wahlmännern, die er für seine Wiederwahl benötigte. Wenn man auch die Staaten berücksichtigt, für die noch kein Ergebnis vorlag, in denen der Ausgang aber von vornherein so gut wie feststand, kam Obama auf mehr als 300 Wahlmänner, gut 100 mehr als Romney.

Wer unter dem Strich landesweit die meisten Stimmen insgesamt erhielt, war zunächst nicht klar. Es deutete sich ein Patt zwischen Obama und Romney an. Da der Präsident aber nicht vom Volk direkt gewählt wird, sondern von den Wahlmännern und -frauen, ist entscheidend, wie ein Bewerber in den einzelnen Staaten abschneidet. Dort gilt in nahezu allen Fällen das Prinzip: Wer die meisten Stimmen erhält, bekommt alle Wahlmänner dieses Staats zugesprochen. Der Verlierer geht leer aus.

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