Banken holen sich mehr Geld bei der EZB

Banken holen sich mehr Geld bei der EZB

Interbanken-Handel liegt brach, die EZB wird stärker angezapft.

Die Banken haben sich bei der Übernachtausleihe der EZB zuletzt deutlich mehr Geld besorgt als im Durchschnitt der vergangen Monate. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, stieg die Nutzung der sogenannten Spitzenrefinanzierungsfazilität per Mittwochabend auf 5,21 Mrd. Euro von gut drei Mrd. Euro. Es ist der höchste Stand seit März, als die Unsicherheit rund um den Schuldenschnitt Griechenlands besonders stark war.

Geldmarkthändler waren sich uneins über die Gründe. Während von am Finanzmarkt in Frankfurt vor allem technische Effekte dafür verantwortlich gemacht wurden, stellten Händler in London eine Verbindung zu den aktuellen Problemen der spanischen und zypriotischen Institute her. Den spanischen Banken geht es nach dem Platzen der Immobilienblase und wegen der Schuldenkrise so schlecht, dass die Regierung in Madrid europäische Hilfen für sie beantragt hat. Zyperns Banken sind wegen des Hilfeersuchens ihrer Regierung bei der EU mit dem besonderen Problem konfrontiert, dass die EZB zypriotische Staatsanleihen bis auf weiteres nicht als Sicherheiten bei Refinanzierungsgeschäften akzeptiert.

Händler in Frankfurt erklärten das hohe Volumen allerdings mit technischen Faktoren. "Einige Banken mussten einen Tag zwischen Wochen- und Drei-Monats-Tender überbrücken", sagte ein Händler. "Das ist auch schon in der Vergangenheit vorgekommen." Andere Händler sahen dies ähnlich. "Das steckt nichts Dramatisches dahinter, das sind technisch bedingte Umschichtungen", hieß es bei mehreren deutschen Banken. Ein Händler vermutete, dass vor allem Banken aus Zypern oder Griechenland die ungeliebte Spitzenrefinanzierungsfazilität in Anspruch nehmen mussten.

Der Interbanken-Handel liegt seit der Zuteilung der beiden Drei-Jahres-Tender Mitte Dezember und Ende Februar so gut wie brach. Einige Banken schwimmen im Geld, andere kommen wegen des andauernden Misstrauens der Institute untereinander nicht an frische Mittel. Banken sind normalerweise zurückhaltend damit, sich über Nacht Geld bei der Notenbank zu leihen, weil sie dafür deutlich höhere Zinsen berappen müssen als den Leitzins. Der Satz für diese Ausleihe (Spitzenrefinanzierungssatz) liegt bei 1,75 Prozent, der Leitzins bei einem Prozent. Die EZB veröffentlicht keine Details über das Verhalten einzelner Banken.

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