Bangladesch: Druck auf Textilkonzerne steigt

Bangladesch: Druck auf Textilkonzerne steigt

Nach einem neuerlichen Feuerunfall in einer Textilfabrik in Bangladesch, steigt der öffentliche Druck auf Textilkonzerne, die dort produzieren lassen. Der deutsche Diskonter KiK will reagieren.

Mindestens 50 Menschen sind in einer Textilfabrik in Bangladesch verletzt worden, als sie nach dem Ausbruch eines Feuers in Panik gerieten. Die Arbeiter der Fabrik Section Seven Limited in der Hafenstadt Chittagong hätten am Mittwoch fluchtartig das Gebäude verlassen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Bei dem Gedränge seien mehrere Dutzend Menschen verletzt worden. Das Feuer sei in der vierten Etage des fünfstöckigen Gebäudes wegen eines Kurzschlusses ausgebrochen. Die Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle, wie es hieß. Erst am Samstag waren bei einem Fabrikbrand in der Nähe der Hauptstadt Dhaka mehr als 100 Textilarbeiter ums Leben gekommen.

Wie FORMAT anlässlich der verheerenden Brandkatastrophe am Wochenende berichtete , geraten die Textilkonzerne angesichts der Zustände in Bangladesch immer mehr in Erklärungsnot. So haben unter anderem Wal-Mart und KiK in der Fabrik produzieren lassen; in der Ruine der Textilfabrik Tazreen in Bangladesch, in der am Samstagabend bei einem Feuer 110 Menschen starben, Kleidungsstücke der Wal-Mart-Marke Faded Glory, des deutschen Discounters KiK sowie von anderen Firmen gefunden worden. Und auch der US-Rapper Sean Combs alias Diddy hat Kleidung für sein Modelabel ENYCE dort herstellen lassen - in den USA haben Aktivisten Diddy aufgefordert, das in Zukunft bleiben zu lassen.

KIK reagierte

Der Chef des deutschen Textildiskonters KiK, Michael Arretz, sagte deutschen Medien, die Notwendigkeit des Feuerschutzes sei "einfach noch nicht in allen Köpfen in den Produktionsländern angekommen". Notfalls müssten die großen Handelskonzerne das gemeinsam in die Hand nehmen, wenn der staatliche Verband in Bangladesch, der für den Brandschutz zuständig ist, nicht vorankommt. KiK hatte in der Fabrik in Bangladesch bis August nähen lassen.

KiK steht besonders unter Druck: Der Billiganbieter ließ auch in einer Fabrik im pakistanischen Karachi Jeans fertigen, in der bei einem Brand im September mindestens 289 Arbeiter starben. Arretz plädierte für "eine Null-Toleranz-Politik" der Handelskonzerne: "Hersteller, die gegen Vorschriften verstoßen, werden abgemahnt und verlieren im Wiederholungsfall den Auftrag." Darüber sei KiK auch mit anderen Händlern aus Europa in Gesprächen. "Brandschutz ist ja nicht so kompliziert - das macht die jüngsten Vorfälle umso tragischer."

Quellen: u.a. APA

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa