Automobilstudie: Die großen Technologietrends

Automobilstudie: Die großen Technologietrends

Die neue Studie "AutomotiveINNOVATIONS 2014“ des renommierten Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach von Uni-Professor Stefan Bratzel hält eine gute und eine schlechte Nachricht parat: Die Autoindustrie so innovativ wie nie zuvor. Deutsche Hersteller bauten den Vorsprung sogar massiv aus. Die Innovationsdynamik steigt sogar noch. Aber der Höhepunkt ist erreicht. Was in Zukunft erfunden wird, hat nicht mehr den Nutzen für die Kunden als zuletzt. Das ist das Ergebnis der Studie.

Deutsche Automobilkonzerne und Automarken sind derzeit innerhalb der Branche die Rekordhalter bei Innovationen. Das zeigt die CAM-Studie, die zum neunten Mal in Folge aufgelegt wurde. Aber auch die anderen Hersteller haben bei Innovationen kräftig aufgerüstet. Die 18 untersuchten globalen Player der Branche mit ihren 53 Herstellermarken haben im vergangenen Jahr 1.010 Innovationen hervorgebracht. Das ist neuer Rekord.

41 Prozent der weltweiten Innovationen von BMW & Co

Ganze 41 Prozent (413 Innovationen) entfallen auf die deutschen
Konzerne BMW, Daimler und Volkswagen, während 22 Prozent auf japanische Hersteller und 15 Prozent auf US-amerikanische Hersteller entfallen. Damit konnten die deutschen Automobilhersteller in den letzten Jahren ihren Innovationsvorsprung kontinuierlich ausbauen. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 stammten nur 28 Prozent aller Innovationen von deutschen Konzernen.

Tiefgreifender Technologiewandel

Die Rekordwerte dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche mitten in einem tiefgreifenden Technologiewandel mit teilweise noch unabsehbaren Folgen steckt. Dazu Studienleiter Stefan Bratzel: „Die Automobilindustrie befindet sich in einer „Peak Innovationsphase“, in der die qualitativen Höhepunkte verschiedener Technologien trotz vieler Neuerungen bereits überschritten sind und der zusätzliche Kundennutzen immer geringer wird. Parallel entwickeln sich vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher Herausforderungen neue kreative Ansätze,
die die alten Lösungen infrage stellen und obsolet machen können. Die derzeit im globalen Innovationswettbewerb sehr gut aufgestellte deutsche Automobilindustrie darf sich daher vom eigenen Erfolg nicht blenden lassen. Vielmehr muss sie in dieser Transformationsphase sowohl ihre bisherigen Technologiepfade kritisch überprüfen als auch eine hohe Sensibilität für neue technologische Möglichkeiten und veränderte
Kundenwünsche entwickeln."

Spriteinsparungen von fast 16 Prozent waren zuletzt noch drinnen, aber Potential nimmt ab

Der überwiegende Teil der Neuerungen stammt zwar mit 69 Prozent noch immer aus dem Bereich Verbrennungsmotor (konventioneller Antrieb). Auf alternative Antriebe entfällt entsprechend ein Anteil von 31 Prozent. Im Bereich der Optimierung von Benzin- und Dieselmotoren steigt jedoch der Innovationsaufwand für zusätzliche Kraftstoffeinsparungen.

Zwar werden durch verbesserte Motorentechnik und Gewichtseinsparungen im Schnitt immer noch enorme Kraftstoffreduzierungen von 15,6 Prozent erreicht. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dieser Wert jedoch rückläufig (2012: 17,7%), und gleichzeitig liegen die Effizienzgewinne etwa bei Hybridantrieben im Mittel sogar bei 21,4% in 2013 (2012: 19,3%).

Verbesserungspotential von Hybrid- und E-Autos noch hoch

Im Vergleich dazu steigt die die Seriennähe von Hybrid und Elektrofahrzeugen auf mittlerweile 60 Prozent (2009: 40%). „Das wird die Akzeptanz der Technik in den nächsten Jahren positiv beeinflussen. Denn im Gegensatz zum konventionellen Antrieb sind bei alternativen Antrieben noch erhebliche Verbesserungen der Kosten- und Energieeffizienz zu erwarten“, so Studienleiter Stefan Bratzel.

Die Forscher skizzieren in ihrer Studie auch worauf es in Zukunft ankommt:
„Einerseits darf die Optimierung des Verbrennungsmotors nicht vernachlässigt werden, der noch viele Jahre das Rückgrat der Antriebstechnologien bilden wird. Andererseits müssen neue Technologiepfade wie Plug-in Hybride, Elektro- und Brennstoffzelle geprüft und im Falle von Technologievorteile offensiv verfolgt werden. Die Kompetenzen sind der globalen Hersteller sind in diesem Bereich sehr heterogen verteilt."

Sicherheits- & Informations- und Kommunikationstechnologien verändern die Automobilität

Groß sind die Fortschritte auch bei Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen. Mittlerweile weisen 268 Innovationen (2010: 99 Innovationen) nicht nur die höchsten Zuwächse in den
letzten Jahren auf, sondern verändert sich auch qualitativ. Standen vor Jahren noch eher passive Strategien des Unfallschutzes und der Unfallvermeidung im Vordergrund, so bilden jetzt vor allem aktive Sicherheits- bzw. Fahrerassistenzinnovationen die überwiegende Mehrheit.

Dreimal so viele Fahrassistenzsysteme als 2010

Die stärksten Zuwächse bei Innovationen gab es in den vergangenen drei Jahren bei Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen. Mittlerweile weisen 268 Innovationen (2010: 99 Innovationen). Auch qualitativ gab es enorme Verbesserungen. Standen vor Jahren noch eher passive Strategien zum Unfallschutzes und der Unfallvermeidung im Vordergrund, so bilden jetzt vor allem aktive Sicherheits- bzw. Fahrerassistenzinnovationen die überwiegende Mehrheit.

Allein die Zahl der Fahrerassistenz-Innovationen hat sich im Vergleich zu 2010 auf 159 (2013) verdreifacht. Einerseits zielen diese Neuerungen zunehmend darauf ab Unfälle zu verhindern, etwa durch Kollisions-, Abstands- und Spurhalteassistenten. Anderseits geht es um Verbesserungen beim Fahrkomfort, etwa durch Staufolgeassistenten (z.B. Daimler), die in Teilschritten auf die Vision des autonomen Fahrens zielen.

Volvo, BMW, Daimler und Toyota treiben Vernetzung der Autos voran

Dazu kommen Informations- und Kommunikationstechnologien, die die Vernetzung der Autos forcieren soll (Car2Car-Kommunikation, z.B. DriveKit Plus von Daimler), mit anderen Verkehrsträgern (z.B. Intermodale Routenplanung von BMW), der Infrastruktur (Car2Infrastructure-Kommunikaiton, z.B. Sicherheitsinfos, Volvo, Toyota) sowie der
Werkstatt oder der eigenen Wohnung bzw. dem Arbeitsplatz.
"Die Innovationen rund um das vernetzte Fahrzeug verbessern nicht nur den Komfort- und Sicherheitsnutzen des Autofahrers, sondern verändern mittel- und langfristig auch das Paradigma von Automobilität und des Automobils mit völlig neuen Nutzungsformen", so Stefan Bratzel.

Innovationen gehen immer rascher in Serie

Der Innovationstakt in der Automobilbranche nimmt deutlich zu, vor allem da Innovations- bzw. Technologievorteile aufgrund der enormen Wettbewerbsdynamik und der maßgeblichen Beteiligung der Zulieferindustrie meist nur auf kurze Zeiträume begrenzt sind. Entsprechend streben die Hersteller die zügige Vermarktung der Innovationen an. Das zeigt der seit Beginn der Studienreihe auf ein Allzeithoch von über 62 Prozent gestiegene Anteil an Serien-Innovationen, also solchen Neuerungen, die der Kunde im Jahr 2013 bereits kaufen konnte (2012: 58%). Gleichzeitig werden die Innovationen - nicht zuletzt durch Plattform- und Baukastenstrategien der Hersteller - immer schneller auf andere Modelle und Segmente übertragen.

Meisten Innovationen bei Geländewagen und unteren Mittelklasse eingeführt

Die gestiegene Geschwindigkeit bei Innovationen, die in Serie gehen, folgt dabei immer weniger dem "Top-Down"-Modus, also vom Oberklassesegment in kleinere Klassen, sondern vielfach sogar einem "Bottom-up"-Prinzip: So wurden die meisten Innovationen in den letzten 2 Jahren sogar in den Segmenten Untere Mittelklasse (2013: 16%) und Geländewagen (2013: 16%) präsentiert. 27% der Weltneuheiten erschienen in 2013 in den Segmenten Kleinstwagen, Kleinwagen und Untere
Mittelklasse

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