"Apokalyptische Situation" auf den Philippinen – Seuchen-Gefahr nach dem Taifun "Haiyan"

"Apokalyptische Situation" auf den Philippinen – Seuchen-Gefahr nach dem Taifun "Haiyan"

Zwei im Krisengebiet eingetroffene Mitarbeiter der Organisation "sehen eigentlich nur Trümmerhaufen", sagte Schweifer im Ö1-Morgenjournal am Montag. Es fehle nach dem Taifun "Haiyan" auf den Philippinen grundsätzlich an allem - an Wasser, Nahrungsmitteln, Hygienematerial und Notunterkünften, betonte die Caritas.

Große Hilfsmengen müssten rasch zu den Menschen gebracht werden, "gleichzeitig ist aber die Logistik zusammengebrochen", erklärte Schweifer die Herausforderung, vor der die Hilfsteams standen. Der Flughafen funktionierte nicht, Telefonieren ebenso wenig. "Allein sich einen Überblick zu verschaffen, ist eine enorme Herausforderung."

Die beiden erfahrenen Caritas-Mitarbeiter sollen "sich einen Überblick zu verschaffen, mit den lokalen Organisationen gemeinsam die Hilfe planen und in Gang setzen", betonte Schweifer. Dabei seien vor allem analytische Fähigkeit besonders gefragt.

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Das Ausmaß der Zerstörung durch "Haiyan" ist enorm, wie diese Bilder zeigen.
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Auch UNICEF kündigte den Transport von Hilfsgütern an. Therapeutische Nahrung für Kinder, Medikamente, Trinkwasser und Hygienesets für 3.000 Familien sind bereits im Land, so UNICEF Österreich am Montag. Weitere 60 Tonnen seien unterwegs. "Das Überleben der Kinder hat jetzt für uns oberste Priorität", betonte der Österreicher Willibald Zeck, der das UNICEF-Gesundheitsprogramm an Ort und Stelle leitet.

"Viele Kinder wissen nicht wohin"

Hilfe für Kinder ist auch eine Priorität von Plan International. "Viele von ihnen haben Eltern, Verwandte und Freunde verloren, das Zuhause, ihr vertrautes Umfeld. Sie wissen nicht wohin. Manche haben Dinge gesehen, die ein Kind nur schwer verarbeiten kann", unterstrich Carin van der Hor, Länderdirektorin von Plan Philippinen.

Nach dem Taifun "Haiyan" auf den Philippinen droht nun zudem die Ausbreitung von Seuchen. Verschmutztes Trinkwasser, fehlende sanitäre Anlagen und die zerstörte medizinische Grundversorgung sind entscheidende Gründe dafür.

Typhus wird vor allem von verunreinigtem Wasser und Lebensmitteln übertragen. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit können bis zu 14 Tage vergehen. Die Bakterien gelangen vom Darm über das Blut in Leber und Milz, wo sie sich vermehren. Die Symptome reichen von leichter Magenverstimmung bis hin zu extremem Fieber, starken Kopfschmerzen und Durchfall.

Ruhr ist eine Darminfektion. Beim Menschen äußert sich eine Ruhr-Infektion mit Leibschmerzen und oft eitrig-blutigem Durchfall. Die Krankheit geht mit Mattigkeit, Frösteln, Durst, völligem Mangel an Appetit und Fieber einher. Fliegen spielen eine besonders gefährliche Rolle als Überträger der Erreger.

Cholera ist eine schwere Durchfallerkrankung. Menschen stecken sich in erster Linie durch Trinkwasser an, das mit Fäkalien verunreinigt ist. Starkes Erbrechen und Durchfall führen zu hohem Flüssigkeitsverlust, der Kreislaufversagen verursachen kann.

Spendenkonten

- Caritas PSK 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort "Taifun Katastrophe"
- Österreichisches Rotes Kreuz 40014400144, BLZ 20111, Kennwort "Überflutungen Philippinen"
- UNICEF PSK 1516500, BLZ 60.000, Kennwort "Kinder Philippinen"
- Plan International Raiffeisenbank 150978261, BLZ 31000, Kennwort "Nothilfe Philippinen"
- Volkshilfe PSK 1740400, BLZ 60000, Kennwort "Katastrophenhilfe"

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