Anti-Euro-Partei "AfD" schafft es erstmals auf drei Prozent

Anti-Euro-Partei "AfD" schafft es erstmals auf drei Prozent

Im Sonntagstrend kletterte die "Alternative für Deutschland" erstmals auf drei Prozent und gewann damit einen Punkt gegenüber der Vorwoche, wie die wöchentliche Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Zeitung "Bild am Sonntag" ergab.

Spitzenpolitiker der großen Parteien reagierten zuletzt immer nervöser auf die AfD. Alle Parteien diskutieren derzeit darüber, wie sie mit dem neuen politischen Gegner umgehen könnte. Vor allem die Union ist verunsichert: Bei einem knappen Wahlausgang könnte die AfD sie den Wahlsieg kosten.

CSU-Chef Horst Seehofer schloss jegliche Zusammenarbeit mit der AfD aus. "Abgelehnt", sagte er der "Welt am Sonntag" auf eine entsprechende Frage. Er riet seiner Partei, die AfD ernstzunehmen. Sie sei aber keine Gefahr für die Union, weil diese mit Kanzlerin Angela Merkel eine sehr vorzeigbare Europa-Politik betreibe.

Die Union legte im Sonntagstrend wie die Anti-Euro-Partei einen Punkt auf 39 Prozent zu. Unverändert blieben die Werte von SPD (26 Prozent), FDP (vier Prozent) und Grünen (15 Prozent). Die Linkspartei gab einen Punkt auf sieben Prozent ab.

"Südeuropa soll den Euro verlassen"

Die AfD erklärte unterdessen, sie wolle nicht zur D-Mark zurückkehren. "Nicht Deutschland soll den Euro verlassen, sondern die südeuropäischen Staaten", sagte der Vorsitzende der "Alternative für Deutschland" (AfD), Bernd Lucke, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Südländer hätten dann die Chance, durch eine Abwertung ihrer Währungen wieder wettbewerbsfähig zu werden. Um einen sanften Übergang zu gewährleisten, könnten die Südländer zunächst eine Parallelwährung zum Euro einführen. Zudem müsse es einen Schuldenschnitt geben, bei dem die Gläubiger auf Teile ihrer Forderungen verzichteten. Für Griechenland und wahrscheinlich auch für Portugal sei ein zweiter Schuldenschnitt unabwendbar.

Die Spitzenpolitiker der großen Parteien warnen immer lautstärker vor der AfD. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nannte die Partei zuletzt hoch gefährlich, da sie mit Vorurteilen und Ressentiments spiele. Drastischer äußerte sich Außenminister Guido Westerwelle: "Sind wir eigentlich verrückt geworden, dass wir das, was in Jahrzehnten gebaut worden ist, in einem Jahr einreißen wollen?", fragte er.

In den Umfragen liegt die AfD derzeit meist bei zwei bis drei Prozent. Dies könnte jedoch ausreichen, um die Union um den Wahlsieg zu bringen. Besonders CDU und CSU beobachten die Partei daher voller Argwohn. In allen im Bundestag vertretenen Parteien wird derzeit diskutiert, wie man sich gegenüber der AfD aufstellen soll. Im CDU-Präsidium hatte es dazu am Montag eine Diskussion gegeben, nachdem die Fraktionsvorsitzenden aus Thüringen, Hessen und Sachsen eine offensivere Auseinandersetzung mit der Partei gefordert hatten.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa