Ankara hinter C-Waffen in Syrien?

Ankara hinter C-Waffen in Syrien?

Die türkische Regierung hat mit Nachdruck Behauptungen des US-Enthüllungsjournalisten und Pulitzer-Prize-Trägers Seymour Hersh (Bild) zurückgewiesen, die Türkei könnte hinter dem Chemiewaffeneinsatz in Syrien am 21. August gestanden sein, um einen Militärschlag der USA zu provozieren.

"Eine komplette Lüge und Verleumdung", empörte sich Vizepremier Bülent Arinc Montagabend nach einer Kabinettssitzung.

Wie die türkische Zeitung "Hürriyet Daily News" weiter berichtete, äußerte sich Arinc während einer Pressekonferenz, ohne eine entsprechende Journalistenfrage zur Gänze abzuwarten. Offenbar auf die Frage vorbereitet, verwies der Regierungssprecher auf eine Erklärung des türkischen Außenministeriums. Darin heißt es, das Weiße Haus habe bestätigt, dass der Chemiewaffenangriff von der syrischen Regierung angeordnet worden sei.

Zuvor hatte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Caitlin Hayden, zu dem in der britischen Literaturzeitschrift London Review of Books veröffentlichten Hersh-Artikel gesagt, dieser stützte sich lediglich auf nicht genannte Quellen. Die Rückschlüsse seien damit völlig ohne Grundlage.

Hersh hatte unter Berufung auf US-Geheimdienstquellen geschrieben, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sei die Türkei für den Sarin-Angriff am 21. August in einem Vorort von Damaskus verantwortlich. Ankara habe gehofft, US-Präsident Barack Obama so zum Eingreifen zu zwingen. Tatsächlich sei der Angriff aber von Rebellen ausgeführt worden, die von Ankara unterstützt wurden.

Der US-Präsident hatte gesagt, bei einem Einsatz von Chemiewaffen wäre eine "rote Linie" überschritten und die USA wären zum Eingreifen gezwungen. Würde die Regierung von Präsident Bashar al-Assad durch das US-Militär gestürzt, könne man Syrien in einen Satellitenstaat verwandeln, so sei die Annahme in der Türkei gewesen.

Seine Quellen in Militär und Geheimdienst hätten erfahren, so Hersh, dass das Sarin über die Türkei nach Syrien gelangt sei. Die Türken hätten auch die Rebellen im Umgang mit dem Giftgas trainiert, schrieb der Autor in dem Artikel mit dem Titel "The Red Line and the Rat Line".

Seymour Hersh wurde 1969 weltbekannt, als er während des Vietnamkriegs das Massaker von My Lai aufdeckte. 2004 sorgte er erneut für Aufsehen, als er maßgeblich den Folter-Skandal im irakischen Abu-Ghraib-Gefängnis bekannt machte.

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